15. November 2021

Materialien: Wie sich der Markt verändert

Foto: RuckgaberBrüggemann

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Der Materialmarkt in der Orthopädieschuhtechnik ist in Bewegung. Nicht nur bei den eingesetzten Materialien sind Veränderungen zu erkennen – auch bei den Bestellvorlieben der Betriebe. Aktuelle Trends wie Nachhaltigkeit und der Wandel der Produktionstechnologien spiegeln sich in neuen Entwicklungen der Hersteller wider.

Die Corona-Krise macht sich beim Materialeinkauf der Betriebe immer noch bemerkbar, sagt Michael Busiek, Geschäftsführer des Großhandels Leder Brinkmann GmbH. „Die Zurückhaltung im Einkauf, die im Dezember 2020 einsetzte, ist noch nicht ganz verschwunden.“ Nur wenige Betriebe hätten anscheinend in den Corona-Monaten unverändert weitergearbeitet.

Er selbst beobachtet, dass die Lieferengpässe, die sich zurzeit in zahlreichen Branchen bemerkbar machen, auch die Materiallieferanten der Orthopädieschuhtechnik nicht unberührt lassen. „Wir werden jede Woche mit irgendetwas Fehlendem konfrontiert. Es gibt zum Beispiel eine deutliche Knappheit an EVA auf dem Markt. Aber das ist nur ein Beispiel. Heute ist es EVA, morgen kann es etwas anderes sein: PU, Hirschkleber, Kannister, Holzartikel, Metall, asiatische Ware und so fort“, so Busiek. „Es fehlt oft nicht das Große, sondern die ganz kleinen Dinge bzw. einzelne Komponenten, die es braucht, um etwas herzustellen.“ Die aus dem Takt geratene Weltwirtschaft und Logistik werde wohl noch eine gewisse Zeit brauchen, um sich wieder zu finden. „Die derzeitigen Preisentwicklungen auf dem Markt zeigen deutlich die angespannte Lage“, erklärt Reiner Kaupp, Geschäftsführer der RuckgaberBrüggemann Orthopädie Service GmbH. Sein Unternehmen sei allerdings nicht von Lieferengpässen betroffen, da es so gut wie nichts aus Asien beziehe.

Auf bunte, abwechslungsreiche Bezugsmaterialien wird in der Orthopädieschuhtechnik immer mehr Wert gelegt. Foto: RuckgaberBrüggemannDie Knappheit von EVA auf dem Markt bestätigt Eric Sprenger, Verkaufsleiter Deutschland bei Nora. Als verhältnismäßig großer Hersteller, der seine Rohstoffe zudem aus Deutschland und anderen europäischen Ländern bezieht, habe Nora hier bisher jedoch keine Probleme und sei höchstens mal von kleineren Verzögerungen bei Rohstofflieferungen betroffen. Was Sprenger auffällt, ist, dass die Großhändler zurzeit zu einer größeren Vorratshaltung tendieren.

Bei den Orthopädieschuhmachern setzt sich hingegen, unberührt von Corona, eine andere Tendenz fort: Die Ware wird immer kurzfristiger und in kürzeren Intervallen bestellt, bemerkt Reiner Kaupp. „Da ist schnelle Lieferfähigkeit gefragt.“ Die Betriebe, die sich große Vorräte anlegten, seien deutlich in der Unterzahl. Das immer kurzfristigere Bestellverhalten bestätigt auch Michael Busiek, ein Stück weit habe sich die Lagerhaltung vom OST-Betrieb auf den Großhandel oder den Hersteller verlagert. Er schränkt jedoch ein: „Weniger als früher kann man heute voraussetzen ,Ich bestelle heute und habe morgen‘. Das liegt nicht an den Lieferanten, sondern daran, dass in vielen Regionen die Paketdienstlaufzeiten mehrere Tage umfassen.“

Neben dem kurzfristigen Einkauf sieht er die Entwicklung, dass es eine deutlich gewachsene Artikelvielfalt auf dem Markt gibt. Das spiegele sich auch in den Bestellungen wider; es werde ein breites Sortiment und die schnelle Verfügbarkeit aller Artikel erwartet. Dabei beobachtet Busiek eine Professionalisierung im Einkauf der OST-Betriebe: „Es wird deutlich zielgerichteter und fokussierter eingekauft als früher. Es wird ganz genau geschaut, was brauche ich und wie soll es aussehen. Es gibt nicht mehr die Schwankungen, die es früher in vielen Betrieben gab, nach dem Motto: Heute nehme ich einen weißen Rohling, morgen einen grünen, dann einen blauen, je nachdem, was ich da habe.“ Die Betriebe würden verstärkt genaue Konzepte entwickeln, mit denen sie gegenüber ihren Kunden und der Ärzteschaft klar erkennbar sein wollen.

Bei den Bestellwegen werden immer mehr digitale Kanäle gewählt. „Besonders bei den Jüngeren läuft ein Großteil der Bestellungen bei uns über den Webshop und die App. Auch B2B-Schnittstellen werden stark genutzt – hauptsächlich von größeren Betrieben“, berichtet Reiner Kaupp. Seit der Einrichtung des Webshops 2012 habe es eine enorme Entwicklung in diesem Bereich gegeben.

Die Nachfrage nach individualisierten Materialien wächst. Hier: Individualisierte Fräskeilstreifen von RuckgaberBrüggemann, auf der Sohle mit Logo des Kunden im Endlosdruck.  Foto: RuckgaberBrüggemannGrößere Materialvielfalt – weniger Leder

Der Einsatz von Leder in der Orthopädieschuhtechnik geht immer mehr zurück, betonen sowohl Reiner Kaupp als auch Michael Busiek. Leder sei bei Einlagenbezügen schon lange nicht mehr „state of the art“, so Kaupp. „Das bereitet mir Herzschmerz“, bekennt ­Busiek. „Leder ist ein etabliertes, hochwertiges und langlebiges Produkt, das es schon sehr lange gibt. Andere Materialien haben zwar auch viele Vorteile, aber es ist nun einmal ein besonderes Fußgefühl, wenn man in einem richtigen Lederschuh mit Lederfutter läuft – Leder ist ein Naturprodukt und hat seine ganz eigene Haptik.“ Gründe für das Verdrängen von Leder könnten seiner Meinung nach im Preis, in der Vielfalt neuer Materialien, aber möglicherweise auch in den Unregelmäßigkeiten, die Leder aufweisen kann, liegen.

Tatsächlich ist die Vielfalt der Alternativmaterialien groß. Immer mehr geht der Trend hin zu Mikrofasermaterialien im Einlagenbau. Teilweise ­wirken sie durch spezielle Prägungen ­lederähnlich, etwa das Bezugs- und Futtermaterial OnSteam, das derzeit stark nachgefragt werde, so Busiek. Reiner Kaupp sieht einen starken Trend zu Bezugsstoffen für Einlagen, die besondere Ausstattungen und Eigenschaften aufweisen – beispielsweise antibakteriell wirkende Silberfäden oder besonders zügiges Material. „Überhaupt sind Bezugsstoffe heute ein großes Thema, sie sind deutlich modischer geworden. Früher gab es sie in Blau, Grau, Schwarz und Beige. Heute gibt es alle möglichen Farben, bunte Stoffe und Prints (z.B. Animalprints) oder Motive wie Pinguine, Füchse, Federn oder Blumen“, berichtet Kaupp. „Die Orthopädieschuhmacher tun hier viel, um ihre Kunden nicht nur mit Funktion, sondern auch mit einer schönen Optik glücklich zu machen.“

Auch sieht Reiner Kaupp eine große Nachfrage nach individualisierten Bezugsstoffen und Fräsmaterialien: „Immer mehr Kunden wünschen sich das Material in ihren eigenen Farben und mit ihrem Logo versehen.“ Bei RuckgaberBrüggemann können beispielsweise individualisierte Fräskeilstreifen bestellt werden, auf deren Unterseite das Firmenlogo im sogenannten Streudruck (Endlosdruck) eingearbeitet ist. Kunden können Fräsmaterial-Kombinationen anhand des Fräsmaterial-Konfigurators nach eigenen Wünschen gestalten und Farben, Stärken, Shorehärten sowie die Form selbst bestimmen. „Großen Anklang finden im Fräsmaterialbereich auch schöne bunte Stoffe für Kinder“, so Kaupp.

Bei den nachgefragten Materialeigenschaften gibt es leichte Veränderungen. Eric Sprenger, Nora, hat den Eindruck, dass weichere Materialien mittlerweile stärker nachgefragt werden. Nora hat deshalb vor kurzem das Fräsmaterial Lunatec CAD 30 (30 Shore) herausgebracht. „Früher waren eher Materialien in 35 und 45 Shore der Renner“, berichtet Sprenger. Die würden aber auch immer noch stark nachgefragt.

Fräsgeschäft wächst

„Die Nachfrage nach CAD-Platten für das Fräsen steigt nach wie vor“, stellt er fest, der Markt wachse weiterhin. Dies bestätigt auch Reiner Kaupp. Busiek spricht eher von einem gleichbleibenden Stand auf hohem Niveau: „Das Fräsen ist voll im Orthopädieschuhtechnik-Markt angekommen und läuft gut.“ Der 3D-Druck und die additive Fertigung dagegen seien in der Branche noch eher eine Randerscheinung. „Der 3D-Druck in der Orthopädieschuhtechnik steckt zwar nicht mehr in den Kinderschuhen, denn es ist vieles im Gange. Aber er ist noch nicht in der Masse angekommen“, so seine Einschätzung.

„Lunatec combiCAD 1“ von Nora ist eine innovative Fräsplatte, bei der drei unterschiedliche EVA-Leichtzellqualitäten miteinander vulkanisiert sind. Foto: Nora Systems

Materialentwicklungen und Services, die Zeit und Arbeit sparen

Schon seit Jahren bemühen sich die Hersteller, mit neuen Produktentwicklungen die alltägliche Arbeit in der Werkstatt zu erleichtern. 2005 brachte Nora für eine effizientere Einlagenfertigung die ersten Lunatec combi-Platten auf den Markt, bei denen EVA-Schichten in verschiedenen Shore-Härten miteinander vulkanisiert sind. „Diese Verbundplatten werden nach wie vor stark nachgefragt. Der Verarbeiter spart eine Klebeschicht und einen Arbeitsgang, also auch Zeit“, erklärt Eric Sprenger. Als Arbeitserleichterung bietet Nora online zu jedem seiner acht Kombimaterialien eine genaue Arbeitsanleitung an, beispielsweise dazu, wie man ­eine diabetesadaptierte Fußbettung fertigen kann. „Das wird sehr gut angenommen.“

Ebenfalls zur Entlastung bei der alltäglichen Arbeit hat RuckgaberBrüggemann das neue Material ARU Covertex auf den Markt gebracht – eine innovative Klebstoffkaschierung für Polster und Einlagen-Bezugsmaterialien. Durch die ARU Covertex-Selbstklebefolie entfällt das Einstreichen, auch muss keine Ablüftezeit mehr eingehalten werden. Nach dem Abziehen der Schutzfolie wird das Polstermaterial auf der Klebeseite kurz angeföhnt und anschließend auf der sauberen Einlage angedrückt. Dann müssen nur noch der Überstand abgeschnitten und die Kanten geschliffen werden. Die Variante ARU Covertex Red wurde für Verklebungen mit PU-Materialien entwickelt und kann sowohl partiell als auch vollflächig angewendet werden. ARU Covertex White kommt bei Verklebungen von Bezugsstoffen zum Einsatz.

Das Vorstanzen von Materialien, das Zuschneiden von Fräsblöcken oder das Zusammenkleben von Plattenware sind weitere Services, die einige Händler den Betrieben zur Arbeitsentlastung bieten, berichtet Eric Sprenger von seinen Großhandelskunden.

Der 3D-Druck wird in der Branche noch stark zunehmen, ist Michael Busiek, Leder Brinkmann, ­überzeugt. Hier der Prototyp einer gedruckten Zweischalenorthese mit integrierter, individuell ­gefräster Bettung zur Ruhig­stellung des Fußes, zum Beispiel  für Charcot-Fuß- Versorgungen.  Foto: Leder BrinkmannBesondere Entwicklungen

Als eine der größten Innovationen im Materialbereich in den letzten Jahren sieht Michael Busiek das Material „Lunatec motion“ von Nora an, das 2016 auf den Markt kam und mittlerweile auch als Kombimaterial erhältlich ist. Es handelt sich um ein besonders weiches, Scherkräfte aufnehmendes Material, das ursprünglich für Rheumatiker entwickelt wurde – zusammen mit dem St. Josef Stift, das zu den führenden Rheuma-Kliniken zählt. Besonders gut kann es auch für Diabetesversorgungen eingesetzt werden. Manche Orthopädieschuhmacher bauen es in Einlagen ein, kleiden individuelle Orthesen damit aus oder bauen es in Laufschuhe ein. „Ich bin überzeugt davon, dass damit noch längst icht alle Einsatzmöglichkeiten ausgeschöpft sind“, betont Busiek, „das ist ein ganz neuartiges, vielseitiges Material.“

Besonders hervorzuheben ist aus seiner Sicht auch die Entwicklung lösemittelfreier Klebstoffe, die in der Orthopädieschuhtechnik immer mehr Verwendung finden. „Das hat auch damit zu tun, dass die Themen Arbeitssicherheit und Komfort am Arbeitsplatz in der Branche immer wichtiger werden, gerade auch in ­Zeiten des Fachkräftemangels.“

Wächst das Umweltbewusstsein der Betriebe?

Einer der stärksten zu beobachtenden Trends bei den Materialien ist das Thema Nachhaltigkeit. „Das spielt eine immer größere Rolle und wird von unseren Kunden immer mehr aktiv nachgefragt“, sagt Eric Sprenger. Erst jüngst hat Nora das Sortiment „Lunatur Walnut“ für Einlagen auf den Markt gebracht, das zu 20 Prozent Walnussschalen enthält. Sie sind ein nachwachsender Rohstoff und normalerweise ein Abfallprodukt. Bei Nora untersuche man derzeit verstärkt, inwieweit manche Rohstoffe eingespart oder durch nachwachsende Rohstoffe ersetzt werden können.

Es wird immer häufiger nach veganen Materialien gefragt, beobachtet der Nora-Verkaufsleiter. „Es gibt Betriebe, die vegane Schuhe fertigen und das als Verkaufsargument nutzen wollen.“ Die ersten Nora-Materialien (wie Lunatur Walnut) seien inzwischen schon durch und durch vegan, nach und nach sollen es alle Nora-EVA-Materialien werden. „Oft sind es kleine Bestandteile, die ausgetauscht werden müssen, zum Beispiel eine tierische Stearinsäure gegen eine pflanzliche“, erklärt Sprenger.

RuckgaberBrüggemann hat für die umweltbewussten Kunden die Serie „We think green“ entwickelt. Dazu gehört zum Beispiel das erwähnte ARU Covertex. Es ist lösemittelfrei und wird auch zusammen mit einem Bezugsstoff angeboten, der zu 100 Prozent aus alten PET-Flaschen gewonnen wird (ARU cover green active). Aufbau-, Sohlen- und Fräsmaterial aus 60 Prozent recyceltem EVA runden dieses Programm ab und das Sortiment wird ständig erweitert.

Der Trend zur Nachhaltigkeit wird zunehmen, ist Nora-Verkaufsleiter Eric Sprenger überzeugt. Das Material „Lunatur Walnut“ von Nora enthält zu 20 Prozent Walnussschalen und ist vegan. Foto: Nora SystemsMichael Busiek hebt hervor, dass sich die Betriebe in letzter Zeit häufiger nach umweltfreundlichem Verpackungsmaterial erkundigen. „Wenn sie aber hören, dass ein Recyclingmaterial 10 Prozent teurer ist, dann hört das Interesse bei vielen schnell auf“, bedauert er. „Bislang setzen wenige Kunden voll auf Nachhaltigkeit, um das als Verkaufsargument zu bringen. Es wird irgendwann kommen, davon bin ich überzeugt – aber noch ist der Knoten nicht geplatzt.“

Rainer Buchholz glaubt nicht, dass das Umweltbewusstsein in der Schuhbranche wirklich gewachsen ist. Er regt dazu an zu hinterfragen, was „Nachhaltigkeit“ wirklich bedeutet: „Trotz der entsprechenden
Äußerungen in Politik und Medien sehen wir in der Schuhbranche seit Jahren einen Trend weg von echter Nachhaltigkeit, das heißt weg von der Reparatur. Schuhe, auch im Gesundheitsbereich, die als besonders ,nachhaltig‘ angepriesen werden, haben oft gerade einen besonders hohen Kunststoffanteil und weniger Leder (ein sehr nachhaltiger Rohstoff!), und sind kaum reparabel. Auch in der Schuhbranche findet leider viel ,Greenwashing‘ statt, weil der Endkunde gar nicht wirklich nachhaltig konsumieren will (also weniger verbrauchen) – er will so viel wie immer konsumieren und sich trotzdem gut dabei fühlen, und das wird bedient. In der Chemie werden bereits erste ,bilanzmäßig nachhaltige‘ Versionen bestimmter Rohstoffe angeboten, aber auch darin steckt oft mehr Marketing als irgendetwas anderes“, gibt der Renia-Geschäftsführer zu bedenken.

Perspektiven

Gefragt nach seinen Erwartungen für zukünftige Entwicklungen im Materialbereich, zeigt sich Michael Busiek überzeugt davon, dass im 3D-Druck noch ganz viel kommen wird, und zwar in großen Schritten. Aus anderen Branchen und Bereichen, die weiter vorangeschritten sind, werde mit Sicherheit einiges speziell für die Orthopädieschuhtechnik weiterentwickelt werden.

Bei den Obermaterialien erwartet er weitere Veränderungen durch Mikrofasern oder Kunstfasern, mit neuen Eigenschaften und Optiken.

Eine Alternative zu EVA sieht Busiek nicht. „Da wird sicher weder groß etwas dazukommen noch weniger werden.“ Er habe sich in den letzten Jahren viele Alternativen angeschaut, sei aber immer wieder zu der Überzeugung gekommen, dass man die besonderen Eigenschaften von EVA nicht einfach kopieren kann.

In Zukunft könne es aber immer wieder neue Materialkombinationen geben und mittelfristig mehr nachhaltig gefertigte EVA-Materialien, ist Eric Sprenger überzeugt. „Die Entwicklung nachhaltiger, „biobased“ Materialien braucht Zeit. Es sind viele Prüfungen nötig, bevor man ein solches Material auf den Markt bringen kann.“ Der Nora-Verkaufsleiter erwartet, dass es insgesamt immer mehr nachhaltige Materialien auf dem Markt geben wird. Auch angesichts des zunehmenden Bewusstseins der Menschen für Klimaprobleme und Umwelt glaubt er, dass dieser Trend nicht mehr zurückgehen wird. „Auch wir werden uns verstärkt mit dieser Thematik beschäftigen.“

Die Tendenz zu weicheren Materialien werde sicher noch zunehmen, auch bei Fräsmaterialien seien weichere Produkte zu erwarten, womöglich auch weitere mehrschichtige Fräsplatten in verschiedenen Shorehärten.

Rainer Buchholz glaubt, dass sich lösemittelfreie Klebstoffe nur dann weit verbreiten werden, wenn ein gewisser „Zwang von außen“ kommt: „Es ist bereits heute möglich, komplett lösemittelfrei zu arbeiten, und zwar durchaus mit fast denselben Arbeitsweisen, also mit wasserbasierten Kontaktklebstoffen. Allerdings ist selbst ein geringfügig erhöhter Aufwand für die meisten Betriebe verständlicherweise nicht akzeptabel. Große Veränderungen in diesem Bereich erwarten wir nur, falls neue Regulierungen den Einsatz der bisher angewandten Produkte zu sehr erschweren.“

 

Autorinnen: Annette Switala | Christina Baumgartner