19. Oktober 2011

BKK für Heilberufe: Erneut droht Kassenschließung

Am 7. Oktober hat die BKK vor Ort Ihr Fusionsangebot an die BKK für Heilberufe überraschend zurückgezogen. Die BKK für Heilberufe werde in Zusammenarbeit mit dem BKK-System nun kurzfristig weitere Optionen prüfen. Neben der Frage eines anderen Fusionspartners, steht auch die Schließung der Kasse im Raum. Das zuständige Bundesversicherungsamt erwarte vom BKK-System in kurzer Zeit eine Antwort, ansonsten werde es die Schließung in die Wege leiten, erklärt die BKK für Heilberufe das weitere Vorgehen.

Noch am 15. September hatten die Vorstände des BKK-Systems über eine mögliche Fusion der BKK für Heilberufe beraten. Nach Auswertung der Fusionskonzepte durch den GKV-Spitzenverband als neutrale Institution wurde hierfür die BKK vor Ort favorisiert. Im Zuge der Konkretisierung wurde das vorliegende Fusionsangebot jetzt aber zurückgezogen.

Versicherte lückenlos versorgen
Für die Kunden der BKK für Heilberufe bestehe kein unmittelbarer Handlungsbedarf, so die BKK für Heilberufe. Bei einer Fusion würde die Mitgliedschaft automatisch in die neue Kasse übergehen. Bei einer Schließung sei eine Kündigung bei der BKK für Heilberufe nicht erforderlich. Die Mitgliedschaft ende dann automatisch mit dem Schließungstag. Die Mitglieder könnten von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen und zum Folgetag nach der Schließung eine neue Krankenkasse wählen.

In der Stellungnahme des Unternehmens heißt es: „Jede geöffnete gesetzliche Krankenkasse wird ohne Wenn und Aber die Mitgliedschaft durchführen.“ Allerdings hatten sich einige der Versicherten der bereits zum 1. Juli dieses Jahres geschlossenen City BKK beschwert, von anderen Gesetzlichen Krankenkassen vor Schwierigkeiten gestellt worden zu sein (wir berichteten).

Ein besseres Vorgehen fordert auch Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) für den aktuellen Fall der insolventen BKK für Heilberufe. Den rund 80.000 Versicherten sicherte er eine lückenlose Versorgung zu: „Jede Kasse muss einen von der Schließung betroffenen Versicherten aufnehmen. Das gilt, egal welche Erkrankungen vorliegen, wie alt die Person ist oder wieviel sie verdient“, sagte er der Zeitung „Bild am Sonntag“.