16. Dezember 2011

Strahlentherapie lindert Schmerzen beim Fersensporn

Eine Strahlentherapie kommt meist bei Krebserkrankungen zum Einsatz. Dass in Deutschland jährlich auch über 40 000 Patienten mit gutartigen Erkrankungen eine Strahlentherapie erhalten, ist wenig bekannt. Darauf weist die Deutsche Gesellschaft für Radioonkologie (DEGRO) anlässlich einer aktuellen Studie zur Behandlung des schmerzhaften Fersensporns hin.

Diese Zahl entspreche 10 bis 20 Prozent aller Bestrahlungen und betreffe vor allem entzündliche Weichteil-, degenerative Gelenk- sowie Bindegewebserkrankungen wie zum Beispiel Arthrose, Fersensporn, Tennisellenbogen, aber auch gutartige Gefäßgeschwülste. Die verwendete Strahlendosis sei in der Regel erheblich geringer als in der Krebstherapie, der Behandlungserfolg hoch. Zudem sei die Methode nahezu frei von akuten Nebenwirkungen und Spätfolgen.

„Die Bestrahlung kommt für Fersensporn-Patienten in Frage, bei denen die konventionelle Therapie und auch die Gabe von Schmerzmitteln nicht geholfen haben“, betont Professor Jürgen Dunst, Präsident der DEGRO und Direktor der Klinik für Strahlentherapie an der Universität Lübeck. Aber man sollte nicht zu lange warten: Je früher bestrahlt werde, umso größer sei der Behandlungserfolg.

Dr. Oliver Micke vom Franziskus Hospital in Bielefeld und Mitautor und Initiator einer aktuellen Studie zur Effektivität der Strahlentherapie beim schmerzhaften Fersensporn fasst zusammen: „Die Therapie ist kurz, wenig planungsintensiv und sehr wirksam. Das konnten wir mit unserer Untersuchung nachweisen.“ Die DEGRO empfiehlt die Behandlung. Zudem handelt es sich – anders als bei anderen alternativen Methoden – um eine Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung.

„Mit der Strahlentherapie steht uns ein sehr wirksames und sicheres Behandlungsverfahren zur Verfügung. Die Ansprechraten sind mit 70 bis 100 Prozent besonders hoch“, erklärt Dr. Oliver Micke.