16. Dezember 2011

ZDH: 11 000 Lehrstellen bleiben unbesetzt

Die Betriebe hätten in diesem Jahr sehr viel mehr Verträge abschließen können, wenn es mehr geeignete und ausbildungswillige Bewerber gäbe. Dies zeigt die Bilanz der Nachvermittlungsaktionen. Im Bundesdurchschnitt kamen auf einen zur Nachvermittlung erschienenen Jugendlichen fast 6 betriebliche Ausbildungsplätze, der höchste bisher registrierte Wert, das meldet der Zentralverbande des Deutschen Handwerks.

Für die Unternehmen bedeutet diese Bilanz der Nachvermittlungsaktionen 2011 vielfach, dass sie aufgrund der Bewerberlücke Ausbildungsplätze nicht besetzen können.

Otto Kentzler, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH): „Positiv ist: Die Zahl außerbetrieblicher Ausbildungsplätze konnte in den vergangenen fünf Jahren um zwei Drittel reduziert werden – zugunsten einer Ausbildung im Betrieb. Allein 2011 ging ihre Zahl nochmals um 37 Prozent zurück, vor allem in Ostdeutschland. Das führte dazu, dass die Zahl der betrieblichen Ausbildungsverhältnisse in den meisten Kammerbezirken in den neuen Bundesländern gestiegen ist.“

In Nachvermittlungsaktionen versuchen Handwerkskammern und Industrie- und Handelskammern gemeinsam mit den Arbeitsagenturen unbesetzt gebliebene Ausbildungsplätze und noch unvermittelte Jugendliche zusammen zu bringen. Insgesamt standen für die Nachvermittlungsaktionen im Herbst 2011 bundesweit knapp 43 000 Ausbildungsangebote zur Verfügung – 20 Prozent mehr als im vergangenen Jahr.

Wie im Nationalen Ausbildungspakt vereinbart, wurden verstärkt auch junge Leute eingeladen, die sich bereits in einer berufsvorbereitenden Maßnahme befanden. Demnach stieg die Zahl der Eingeladenen um mehr als 9 Prozent auf 11 500 Jugendliche. Die Quote der tatsächlich zu den Nachvermittlungsaktionen erschienenen Jugendlichen sank hingegen auf ein Rekordtief von nur noch 38 Prozent (4 400 Jugendliche).

In immer mehr Regionen finden aufgrund der geringen Zahl unvermittelter Jugendlicher schon keine Nachvermittlungsaktionen mehr statt. Hier werden die unvermittelten Jugendlichen individuell zu Beratungsgesprächen eingeladen.

Otto Kentzler: „Angesichts der hohen Zahl unbesetzter Stellen – allein im Handwerk rund 11 000 - können den Jugendlichen in der Regel mehrere Angebote unterbreitet werden. Der Beratungsaufwand der Kammern hat sich allerdings deutlich erhöht, da viele Jugendliche nicht das Rüstzeug für eine Ausbildung mitbringen.“