05. Januar 2012

NRW fördert Telemedizin

In Nordrhein-Westfalen geht Anfang 2012 das bundesweit erste überregionale Zentrum für Telemedizin an den Start. In den kommenden drei Jahren wollen Nordrhein-Westfalen und die EU mit einer Fördersummen von insgesamt zehn Millionen Euro telemedizinische Anwendungen wie Teletherapie und Telemonitoring, Telekonsil und Teleradiologie fördern. „Das Potenzial dieser Technologien ist erheblich und soll vor allem genutzt werden, um Versorgungsdefizite zum Beispiel in ländlichen Regionen auszugleichen“, erklärte Gesundheitsministerin Barbara Steffens in Düsseldorf. „Nordrhein-Westfalen verzeichnet im Ländervergleich über die meisten Telemedizinprojekte, allerdings ist die Telemedizin auch hier nicht wesentlich über den Projektstatus hinausgekommen“, so die Ministerin weiter.

Der telemedizinische Versorgungsgrad liegt nach Schätzungen von Experten in NRW derzeit unter einem Prozent. Hauptziel der Förderung ist vor allem der Aufbau eines landesweiten Zentrums für Telemedizin, das als eigenständige Abteilung am Zentrum für Telematik im Gesundheitswesen in Bochum entstehen soll. Hierfür stehen von der Fördersumme 1,5 Millionen Euro zur Verfügung. Aufgabe des neuen Zentrums als landesweite Anlaufstelle soll vor allem eine umfassende Beratung von Telemedizinanbietern in allen Fragen im Zusammenhang mit der Einführung von Telemedizin sein. Dadurch sollen vor allem erfolgreiche Projekte in die Fläche gebracht werden.

Ministerin Steffens: „Dabei soll die Nutzerorientierung ein besonderer Schwerpunkt werden und auch das Profil des Zentrums ausmachen. Das gilt sowohl für technische Fragen, wie auch für den Datenschutz -aber auch bezogen auf Schulung und Qualifizierung.“

Eine weitere Aufgabe ist der Ausbau der Modellregion Telemedizin Ostwestfalen-Lippe und die Pflege des Portals Telemedizin24.de

NRW ist damit das erste Bundesland, das über eine solche überregionale Einrichtung verfügt. Das Zentrum für Telemedizin soll eng mit dem Landeszentrum Gesundheit Nordrhein-Westfalen auf dem Gesundheitscampus zusammenarbeiten. Darüber hinaus fördern Landesregierung und EU im Rahmen des EFRE Ziel 2 Wettbewerbs IuK & Gender Med.NRW mit 8,5 Millionen Euro Telemedizin-Projekte in der Rehabilitation, in der Intensivmedizin, in der Onkologie, sowie die telemedizinische Bilddatenkommunikation und den Aufbau einer telemedizinischen Infrastruktur in Ostwestfalen-Lippe.