12. Januar 2012

PKV: Bericht über Abwanderung ist falsch

Dem „Spiegel“-Artikel über eine angebliche Abwanderung einer zunehmenden Zahl von Privatversicherten in die Gesetzliche Krankenversicherung, der diese Woche erschienen ist, widerspricht der Direktor des Verbandes der Privaten Krankenversicherung (PKV), Volker Leienbach. Solche Behauptungen seien „absurd und nachweislich falsch".

Jedes Jahr würden deutlich mehr Menschen aus der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) in die Private Krankenversicherung als in umgekehrter Richtung wechseln. Gegenteilige Behauptungen seien absurd und nachweislich falsch. Wenn einzelne Vertreter gesetzlicher Krankenkassen versuchten, einen anderen Eindruck zu erwecken, ist – so Leienbach – das nicht seriös. Verschwiegen werde dabei die Zahl der gesetzlich Versicherten, die im selben Zeitraum in die Private Krankenversicherung wechselten. Tatsache sei, wie der Privatversicherer weiter erklärt: Der Saldo der Wanderungsbewegungen zwischen GKV und PKV zeigt Jahr für Jahr einen großen Abstand zu Gunsten der PKV.

„Abschließende Zahlen für das Jahr 2011 liegen uns zwar noch nicht vor, doch schon die Zwischenberichte zeigen, dass der Vorsprung der PKV in der Wanderungsbilanz gegenüber dem Vorjahr sogar noch gewachsen ist. Von einem Abwanderungstrend kann also überhaupt nicht die Rede sein – das Gegenteil ist richtig.“

Die unten aufgelisteten Zahlen zeigen nach Angaben des Verbandes der Privaten Krankenversicherung die realen Wanderungsbewegungen zwischen GKV und PKV aus den letzten Jahren:

2010

Übertritte zur PKV: 227.700
Abgänge zur GKV: 153.200
Saldo: + 74.500

2009

Übertritte zur PKV: 288.200
Abgänge zur GKV: 146.500
Saldo: + 141.700

2008

Übertritte zur PKV: 244.900
Abgänge zur GKV: 151.000
Saldo: + 93.900

2007

Übertritte zur PKV: 233.700
Abgänge zur GKV: 154.700
Saldo: + 79.000

2006

Übertritte zur PKV: 284.700
Abgänge zur GKV: 143.900
Saldo: + 140.800