01. Februar 2012

Patientinnenstellen fordern Verschärfung der Medizinprodukteprüfung

Angesichts des aktuellen Skandals um krebserregende Brustimplantate einer französischen Firma forder die Bundesarbeitsgemeinschaft der Patientinnenstellen (BAGP) die Neuorganisation der Zulassungsregeln von Medizinprodukten durch unabhängige und neutrale Institutionen. Es sei nicht ausreichend, wenn eine Herstellerfirma durch Eigenstudien nachweise, dass das Produkt für den vorgesehenen Einsatz geeignet sei und dann ein Prüfsiegel durch den TÜV vergeben werde.

Die BAGP fordert zudem ein aktives und zeitnahes Risikomanagement der zuständigen Prüfinstanzen sowie eine stärkere Verantwortungsübernahme und größere Sorgfaltspflicht in der ärztlichen Aufklärung durch die Operateure. Außerdem spricht sie sich für eine Aufnahme der Medizinproduktezulassung und deren Qualitätssicherung in das geplante Patientenrechtegesetz aus.

Die BAGP bemängelte, dass die derzeit betroffenen Patientinnen überall für ihre Rechte und die finanzielle Beteiligung etwa der gesetzlichen Krankenversicherung bei der Implantatsentnahme kämpfen müssten. Sie fordert eine unkomplizierte Kostenunterstützung für die Beseitigung der gesundheitlichen Gefahren durch Medizinprodukte in Form eines Entschädigungsfonds und von Seiten der Krankenversicherungsträger.