15. Februar 2012

KV Hessen: "Dramatischer Diabetesanstieg"

Die KV Hessen sieht einen dramatischen Anstieg von Diabetes mellitus-Erkrankungen in den letzten Jahren. Dabei bezieht sie sich auf die „Versichertenstichprobe AOK Hessen/KV Hessen“, die seit 1998 vom PMV Institut der Universität Köln kontinuierlich durchgeführt wird. Ihrzufolge stieg die Krankheitshäufigkeit (Prävalenz) des Diabetes mellitus in den Jahren 2000 bis 2009 von 6,5% auf 9,7% - dies entspricht einem Anstieg um 49%.

Absolut betrachtet fanden sich die höchsten Anstiege der Diabetikerzahlen in den Altersgruppen ab dem 60. Lebensjahr. Der Anstieg in der Prävalenz zeigt sich bei Männern wie bei Frauen. Bei Frauen in der Altersgruppe ab 60 Jahre beträgt die Prävalenz nunmehr 12%. „Noch vor einigen Jahren war es undenkbar, dass die 10%-Marke geknackt wird. Da liegen wir nun deutlich darüber“, erläuterten die beiden Vorsitzenden der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen, Frank-Rüdiger Zimmeck und Dr. med. Gerd W. Zimmermann.

Bei der Frage, woher dieser starke Anstieg kommt, sind sich die Experten nicht einig. Mögliche Gründe könnten vermehrte Adipositas, Bewegungsmangel, ein westlich geprägter Lebensstil und/oder das Altern der Bevölkerung sein.

KV Hessen fordert bessere Vergütung
Für die beiden Vorstände ist jedoch klar: „Wo auch immer der Anstieg herkommt, er ist Fakt und er verursacht in den Arztpraxen einen erhöhten Aufwand, der zurzeit nicht ausreichend vergütet wird. Der Anstieg behandlungsbedürftiger Diabetiker in Hessen in Höhe von 49% steht nämlich im krassen Gegensatz zu dem gesetzlich vorgegebenen Honorarplus von 1,25% für das Jahr 2012.“ Sie kündigten an, die Daten der hessischen Versichertenstichprobe in die anstehenden Honorarverhandlungen als Beleg für die Notwendigkeit eines höheren Honoraranstiegs einzubringen.