12. März 2012

Immer weniger Auszubildende im Handwerk

Die Zahl der Ausbildungsstellen ist konstant hoch – die Zahl der Schulabgänger und Ausbildungsbewerber sinkt. Das führt dazu, dass immer weniger Ausbildungsbetriebe im Handwerk einen Auszubildenden finden. Über 10.000 Ausbildungsplätze allein im Handwerk mussten 2011 unbesetzt bleiben.


„Immer weniger Ausbildungsbetriebe im Handwerk finden einen Lehrling", so ZDH-Präsident Otto Kentzler in einem Pressestatement. Die Ausbildungsbereitschaft im Handwerk sei jedoch weiterhin hoch, zumal in vielen Branchen die Fachkräftesicherung bereits zu einem wichtigen Thema geworden sei. "Das zeigt auch die Zahl der in den vergangenen beiden Jahren neu eingeworbenen Ausbildungsbetriebe: 2010 waren es 13.000, und 2011 rund 15.000", so Kentzler.

2011 sind im Handwerk mehr als 10.000 Lehrstellen unbesetzt geblieben. Die Ursachen seien vielfältig: In Ostdeutschland sei aufgrund des demografischen Wandels die Zahl der Schulabgänger auf die Hälfte geschrumpft: Es fehlen 100.000 Schulabgänger im Vergleich zum Jahr 2000. Dieser demografische Trend könne bisher nicht kompensiert werden, auch nicht beispielsweise durch das Werben um Schulabgänger aus den Nachbarländern Polen und Tschechien.

In den Großstädten sei die Zahl der Schulabgänger ohne Abschluss weiterhin sehr hoch, davon seien besonders Kinder aus Migrantenfamilien betroffen. Das Handwerk habe bereits vor einigen Jahren seine Schlüsse daraus gezogen und in einem Integrationsatlas „Best-Practice-Beispiele“ für die Ansprache der Migrantengruppen veröffentlicht. Die Bemühungen wurden 2011 erneut intensiviert, vielerorts werben jetzt mehrsprachige Ausbildungsberater um Nachwuchs für das Handwerk.

In den übrigen Bundesländern gehe der Trend hin zu Abitur und Hochschulstudium und weg von Haupt- und Realschulen, aus denen das Handwerk die Mehrzahl seiner Auszubildenden rekrutiert. Das Handwerk wirbt seit einigen Jahren aktiv um Abiturienten – mit konkreten Karriereplänen, mit dualen oder trialen Studiengängen. "Wir haben für die Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung im DQR gekämpft, und erwarten, dass die Politik die gemeinsam gefassten Beschlüsse nun auch umsetzt“, so Otto Kentzler.