12. März 2012

IfMDA-Studie: GKV-System durch demografische Entwicklung gefährdet

Eine Studie des Instituts für Mikrodaten-Analyse (IfMDA) kommt zu der Schlussfolgerung, dass das System der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) aufgrund der demografischen Entwicklung in etwa zwanzig Jahren in seiner heutigen Struktur nicht mehr fortführbar ist. Institutsleiter Dr. Drabinski hält daher eine grundlegende Reform der GKV-Finanzierungsstruktur bis zum Jahr 2015 für unabdingbar.

„Jede weitere Verzögerung wird dazu führen, dass sich der finanzierungsseitige GKV-Reformstau nur noch mit Strukturbrüchen auflösen lässt, das heißt mit gravierenden Einschnitten in den GKV-Leistungskatalog“, so Drabinski. Die Studie des IfMDA schildert anhand des Zeitraums 1950-2060 folgende Zukunftsprobleme:
 
  • Seit 2007 sei die Zahl der über 65-Jährigen größer als die Zahl der unter 20-Jährigen. Bis 2060 werde sich diese Differenz von heute zwei auf zwölf Millionen Personen erhöhen. Im selben Zeitraum werde die Zahl der Menschen im Erwerbsleben (20-65 Jahre) um über 17 Millionen sinken. Das IfMDA folgert daraus, dass die demografische Veränderung das Umlageverfahren der GKV vollständig in Frage stellen wird.

  • Um den GKV-Beitragssatz bis 2060 unter 16 Prozent stabil halten zu können, müssten von Jahr zu Jahr höhere Bundeszuschüsse in die GKV eingestellt werden, so das IfMDA. Bereits 2020 würden hierzu Steuersubventionen in Höhe von 28,5 Milliarden Euro benötigt. Bis 2060 würden sich diese Steuersubventionen auf rund 3,4 Billionen Euro summieren. Der Steueranteil an den Gesamtausgaben der GKV läge 2060 bei knapp unter 50 Prozent.

  • Ohne Steuermittel würde der GKV-Beitragssatz bis 2060 mindestens auf 23 Prozent steigen, realistischer aber auf über 32 Prozent. Noch höhere Beitragssätze seien wahrscheinlich, so das IfMDA.


www.ifmda.de