13. März 2012

Innovationskonferenz: Nutzenbewertung für Medizinprodukte wird wichtiger

Die Unternehmen der Medizintechnologie müssen sich bei neuen Untersuchungs- und Behandlungsmethoden stärker dem Thema „Nutzenbewertung“ stellen. Das war das Fazit der MedInform-Konferenz „Innovationszugang für Medizintechnologien in der GKV“ in Köln. Die Industrie sollte dabei frühzeitig eine Reimbursement-Strategie für Innovationen entwickeln und strategisch angehen. Das Thema Nutzenbewertung werde dabei zunächst auf die Medizinprodukte mit höherem Risiko der Klassen IIb und III beschränkt sein. Diese machen knapp 10 Prozent aller Medizinprodukte aus.

 Zur Evidenzstufe der Nutzenbewertung betonte Dr. Matthias Perleth vom Gemeinsamen Bundesausschusss (G-BA), dass der G-BA auch ohne randomisiert-kontrollierte Studien (RCTs) positive Beschlüsse gefasst hat. Beim Nutzen geht es dem G-BA um „eine mehr als geringfügige patientenrelevante positive Wirkung einer medizinischen Maßnahme unter Abwägung des Risikos“. Die Kosten der Methode würden bislang bei den G-BA-Entscheidungen keine Rolle spielen. Dr. Stefan Sauerland meinte, der Preis spiele aber bei der Priorisierung der Themen eine Rolle.

„Die Vielfalt der Medizinprodukte erfordert letztendlich auch eine Differenzierung im Hinblick auf die anzuwendenden Methoden der Bewertung“, betonte Rechtsanwalt Dr. Christian Rybak. Für BVMed-Geschäftsführer und Vorstandsmitglied Joachim M. Schmitt stellt eine Innovation einen medizinischen und ökonomischen Fortschritt dar, beispielsweise wenn der Nutzenzuwachs höher ist als der Kostenzuwachs. Sein Fazit: „Innovative Medizintechnologien werden dann erfolgreich sein, wenn im Vergleich zu existierenden Methoden ein höherer medizinischer Nutzen vorliegt und dieser zu gleichen oder zu geringeren Kosten erreicht wird oder der Nutzenzuwachs größer ist als der Kostenzuwachs.“

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