25. April 2012

IVO-Kongress Sydney: Signal für die internationale Weiterentwicklung

Vom 29. bis 31. März fand der Kongress des Internationalen Verbandes der Orthopädieschuhtechniker erstmals in Australien statt. In Sydney trafen sich die Fußexperten aus aller Welt um sich über aktuelle Entwicklungen zu informieren und sich über die Behandlungsmethoden auszutauschen.

Vier Jahre lang hatten sie unermüdlich die ganze Welt bereist und auf den Messen und Kongressen der Orthopädieschuhtechnik oder der Pedorthists die Werbetrommel für ihren Kongress gerührt. Am Ende hatte sich der Aufwand gelohnt. Mit etwa 400 Besuchern wird der IVO-Kongress zwar nicht als der besucherstärkste Kongress in die Annalen des IVO eingehen. Bedenkt man jedoch, dass die größte Anzahl der Orthopädieschuhmacher immer noch aus Europa kommt und wie weit die Anreise für diese zum Kongress war, ist die Besucherzahl ein großer Erfolg.

Wichtiger vielleicht noch als die Teilnehmerzahl ist das Zeichen, das dieser Kongress für die weitere Entwicklung der internationalen Gemeinschaft innerhalb des Berufes gesetzt hat. Mit Australien richtete ein Mitgliedsland des IVO den Kongress aus, in dem es mit dem Beruf in den vergangenen Jahren rasant nach oben gegangen ist. Der australische Verband hat gezeigt, dass und wie es möglich ist, professionelle Strukturen für die Ausbildung und die Versorgung in einem Land zu etablieren. Der IVO-Kongress sollte dabei nicht den Endpunkt der Entwicklung markieren, sondern dem Anliegen des Verbandes einen weiteren Schub geben. „Man darf die Außenwirkung eines solchen Kongresses für die Entwicklung des Berufes nicht unterschätzen“, betonte Kongresspräsident Karl-Heinz Schott in seiner Begrüßung beim Kongress.

Fachkongress lockte mit vielfältigen Themen und hochkarätigen Referenten
Mit renommierten Referenten aus unterschiedlichen Ländern sorgte der Kongress für internationale und interdisziplinäre Sichtweisen auf orthopädieschuhtechnische Kernthemen wie die Einlagenversorgung, die Sensomotorik , die Versorgung des Diabetischen Fußsyndroms oder die postoperative Versorgung. Die Ausbildung im Beruf, Messtechniken zur Analyse von Statik und Dynamik sowie Vorträge zu krankheitsspezifischen Versorgungsfragen waren weitere Schwerpunkte. Auf großes Interesse stießen auch die interaktiven Workshops, bei denen unter anderem die Versorgung von Kindern mit Infantiler Zerebralparese und die Herstellung von Fahrradeinlagen im Mittelpunkt standen.

Die begleitende Fachausstellung wurde von den Kongressbesuchern gut frequentiert. Etwa fünfzig Firmen präsentierten ihr Angebot, darunter auch etwa zwanzig Firmen aus Europa. Die Aussteller freuten sich über interessante und gute Kontakte, hatten allerdings auf mehr Besucher aus Nordamerika oder dem asiatischen Raum gehofft.

Der Einsatz hat sich gelohnt
Vor vier Jahren sei die Entscheidung gefallen, den Kongress in Australien auszurichten, berichtet Karl-Heinz Schott. Der Aufwand habe sich gelohnt, resümierte er, insbesondere auch die Werbung für den Kongress, weil dadurch in vielen Ländern Kontakte geknüpft worden seien. Schott bedankte sich vor allem bei ICE, für die perfekte Kongressorganisation, bei seinem wissenschaftlichen Komitee, das für das hochwertige Fachprogramm verantwortlich zeichnete und beim APMGFA-Vorstand für die stetige Unterstützung des Projektes.

Zum Abschluss übergab Karl-Heinz Schott den Staffelstab an Serge Mathis aus Frankreich, wo der nächste IVO-Kongress im Frühjahr 2015 stattfinden wird . be

Einen ausführlichen Bericht über den IVO-Kongress lesen Sie in der Maiausgabe der Orthopädieschuhtechnik.