09. Mai 2012

Präqualifizierung: An der Vereinheitlichung wird gearbeitet

Seitdem die ersten Präqualifizierungsstellen im Januar 2011 ihre Arbeit aufgenommen haben, hat sich vieles eingespielt. Dennoch gibt es noch viele Fragen und Unsicherheiten beim Verfahren, wie Carla Grienberger vom GKV-Spitzenverband bei der Jahrestagung der Landesinnung Bayern für Orthopädieschuhtechnik am 20. April in Garmisch-Partenkirchen berichtete.

30 Präqualifizierungsstellen sind inzwischen durch den GKV-Spitzenverband zugelassen.Insgesamt seien 62 Anträge beim GKV-Spitzenverband gestellt worden, berichtete Carla Grienberger. 19 davon seien jedoch zurückgenommen oder abgelehnt worden. 13 Anerkennungsverfahren seien noch nicht abgeschlossen, so Grienberger. Einer Stelle sei die Benennung wieder entzogen worden, weil sie sich nicht an ihre Verpflichtungen gehalten haben. Die regionale Verteilung über das Land sei relativ gleichmäßig. Auch habe sich das Preisniveau einigermaßen nivelliert, nachdem die Gebühren für die Präqualifizierung zu Beginn teilweise sehr unterschiedlich gewesen seien. 18 Stellen präqualifizieren alle Versorgungsbereiche. 8 Stellen decken mit Ausnahme spezieller Bereiche fast alle Kategorien ab. Drei Stellen haben sich ganz auf einzelne Versorgungsbereiche spezialisiert.

Etwa 7.500 Leistungserbringer präqualifiziert
Inzwischen seien ca. 7.500 Leistungserbringer für etwa 140 000 Versorgungsbereiche präqualifiziert, so Grienberger. Nach einigen Anlaufschwierigkeiten würde es mit der zeitnahen Meldung der Präqualifizierungsstellen an den Spitzenverband, wer präqualifiziert wurde, ganz gut klappen, berichtete Carla Grienberger. Der GKV-Spitzenverband leitet die Meldungen über die Präqualifizierung an die Krankenkassen weiter, die diese als Grundlage für den Vertragsabschluss mit den Leistungserbringern benötigen.

Nach den Ausführungen von Carla Grienberger sind die inhaltlichen Anforderungen an die Leistungserbringer viel stärker untergliedert als die als früheren Zulassungsanforderungen. Die ehemals drei Zulassungsgruppen würden auch nicht mehr ausreichen, um den aktuellen Gegebenheiten Rechnung zu tragen. Nicht nur die Zahl der Leistungserbringer sei gestiegen, sondern auch die Zahl der Versorgungsmöglichkeiten. Deshalb sei eine Vielzahl an produktbezogenen Versorgungsbereichen mit konkretisierten Anforderungen gebildet worden.

Präqualifizierungsstellen interpretieren die Kriterien unterschiedlich
Die Detailtiefe ist offenbar eines der Probleme bei der Umsetzung, denn dies führe, so Grienberger, zu unterschiedlichen Auslegungen der Kriterien. Aus diesem Grund zeigte sich Carla Grienberger auch nicht sehr glücklich über die große Zahl der Präqualifizierungsstellen. Das mache es für den GKV-Spitzenverband schwieriger, ein einheitliches Verfahren und eine einheitliche Auslegung umzusetzen. Die größten Probleme bei der Auslegung gebe es dort, wo es keine anerkannte Berufsausbildung gebe, wie zum Beispiel bei Blindenhunden oder Kunstaugenherstellern.

Probleme bei der Anerkennung durch manche Kassen
Carla Grienberger berichtete auch von Fällen, in denen einzelne Kassen die Präqualifizierung einzelner Betriebe nicht anerkannt habe. In diesen Fälle habe die Kasse bezweifelt, dass ein ihr bekannter Betrieb für die Versorgung bestimmter präqualifzierter Bereiche auch tatsächlich qualifiziert sei. In den Auseinandersetzungen über die Auslegung der Präqualifizierungskriterien seien inzwischen erste Gerichtsentscheidungen ergangen, deren Auswirkungen auf die Empfehlungen sorgfältig geprüft werden müssten. Es sei daher vorgesehen, die Empfehlungen zur Auslegung der Kriterien zeitnah zu überarbeiten und Klarstellungen, Präzisierungen sowie auch einige Korrekturen vorzunehmen.      Wolfgang Best