30. Mai 2012

Blutzuckerkontrolle keine Lösung gegen Nierenerkrankungen

Eine intensive Blutzuckerkontrolle soll bei Typ-2-Diabetes mellitus helfen, Nierenerkrankungen zu vermeiden, so die bisherige Studienlage. Neueste Studien zeigen aber: Es gibt keinen Unterschied bei der Anfälligkeit für eine Nierenerkrankung zwischen einer gewöhnlichen Behandlung von Typ-2-Diabetes mellitus und der Behandlung durch eine intensive Blutzuckerkontrolle.

Eine intensive Blutzuckersenkung beim Typ-2-Diabetes mellitus senkt die Rate der Spätkomplikationen –diese Annahme wurde bislang nicht angezweifelt. Insbesondere eine präventive Wirkung auf die Nieren wäre von großer Bedeutung, da die diabetische Nephropathie zu den häufigsten Indikationen für eine Dialyse zählt.

Steven Coca von der Yale Universität in New Haven hat deshalb die Ergebnisse von sieben Studien analysiert, das Ergebnis wurde aktuell vom amerikanischen „Archives of Internal Medicine“ veröffentlicht.

Das Ergebnis: Im Vergleich zu Patienten mit gewöhnlicher Behandlung wird durch die intensive Blutzuckerkontrolle mit einer höheren Medikamentendosierung weder die Beeinträchtigung der Nieren, die Notwendigkeit von Blutdialyse oder letztendlich das Sterberisiko durch eine Nierenerkrankung reduziert. Lediglich für die ersten Anzeichen der Nephropathie kann Coca eine präventive Wirkung aufzeigen (die Entwicklung von Mikro- und Makroalbuminurie kann hinausgezögert werden).

Abstract von Steven Coca