20. Juni 2012

Schnittstellenmanagement: Checklisten erarbeitet

Um an der Nahtstelle zwischen ambulanter Versorgung und stationären Klinikaufenthalten Organisationsprobleme zu vermieden, haben die Bundesärztekammer (BÄK) und die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) eine interdisziplinäre Expertengruppe beauftragt, Empfehlungen für ein ärztliches Schnittstellenmanagement zu entwickeln.

„Trotz einer guten medizinischen Versorgung kann es beim Wechsel eines Patienten aus der ambulanten Versorgung in die Klinik sowie nach seiner Entlassung aus dem Krankenhaus zu Organisationsproblemen kommen. An dieser sogenannten intersektoralen Nahtstelle sorgen mitunter unzureichend geklärte Zuständigkeiten und Aufgabenstellungen für Störungen im Behandlungsverlauf. Informationen können verloren gehen, Wirkungs- und Qualitätsverluste hinsichtlich Prävention, Diagnostik und Therapie mit vermeidbaren Folgen wie eine unbegründete Änderung der Medikation sind möglich“, so die gemeinsame Presseerklärung.

Als Ergebnis dieser Zusammenarbeit wurden Checklisten zur ärztlichen Orientierungshilfe erarbeitet und in erster Auflage verabschiedet. Sie orientieren sich unter anderem an der Stellungnahme der Konferenz der Fachberufe im Gesundheitswesen bei der BÄK. Ihre Anwendung ist jedem Arzt freigestellt.

Wie umsetzbar die Checklisten in der Praxis sind, soll in einem Feldversuch überprüft werden. "Ein Schwerpunkt der Erprobung wird sein herauszufinden, wie eine kontinuierliche adäquate Medikation am besten gewährleistet werden kann", erklärt Prof. Günter Ollenschläger, Leiter des Ärztlichen Zentrums für Qualität in der Medizin (ÄZQ), das die gemeinsame Arbeit in der Expertengruppe moderierte. Nach der Evaluation ist eine Erweiterung der Empfehlungen vorgesehen, an der auch andere medizinische Berufsgruppen beteiligt werden sollen.

Die Checklisten können heruntergeladen werden unter:
http://www.aezq.de/mdb/edocs/pdf/info/checklisten-schnittstellenmanagement.pdf