23. Juli 2012

G-BA befasst sich mit der Erstattung von Leistungen bei MRSA

Bei der Bekämpfung von multiresistenten Keimen (MRSA) im Rahmen eines umfassenden und teilweise sektorenübergreifenden Behandlungskonzeptes bündelt der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) seine Ressourcen. Das Plenum beschloss am Donnerstag in Berlin einvernehmlich die Einrichtung einer themenübergreifenden Arbeitsgruppe (AG), die sich in den kommenden Monaten ausschließlich mit den Regelungsmöglichkeiten des G-BA im Rahmen einer MRSA-Sanierungsbehandlung befasst.

Im November 2012 wird dem Plenum nach maximal vier Sitzungen ein Abschlussbericht mit rechtlichen Handlungsmöglichkeiten vorgelegt, die anschließend in der Versorgung umgesetzt werden sollen. Darin soll detailliert geregelt werden, welche Leistungen für welche Risikogruppen zu Lasten der gesetzlichen Krankenversicherung abgerechnet werden können. Möglicherweise können zum Beispiel auch Mittel, die pflegende Angehörige von MRSA-Patienten prophylaktisch verwenden, um eine Besiedlung mit dem Erreger zu vermeiden, in die Erstattung durch die Krankenkassen fallen.

„Vor der Beantwortung von kleinteiligen Einzelfragen, zum Beispiel wann der Einsatz von Arzneimitteln gegen MRSA-Erreger sinnvoll und notwendig ist, müssen zunächst die übergreifenden Grundsatzfragen geklärt werden“, sagte der unparteiische Vorsitzende des G-BA, Josef Hecken. Im Zusammenhang mit einer systematischen MRSA-Dekolonisation zähle dazu etwa die Klärung der grundsätzlichen Leistungspflicht der gesetzlichen Krankenversicherung und die – auch in der Vergütungsvereinbarung nach § 87 Abs. 2a Satz 3 SGB V vorgenommene – Konkretisierung von Fallkonstellationen für MRSA-Sanierungsbehandlungen im Rahmen der GKV.