13. September 2012

Schuhindustrie leidet unter Eurokrise

Die deutsche Schuhindustrie bekommt die Krise in Europa immer stärker zu spüren. Wie der Bundesverband der Schuh- und Lederwarenindustrie e.V. (HDS) am 5. September im Rahmen der Schuhmesse GDS in Düsseldorf bekannt gab, verlangsamt sich das Umsatzwachstum der Branche nach einer zweijährigen Phase mit rasantem Wachstum zunehmend. Für das Gesamtjahr 2012 rechnet der Verband trotzdem mit einem Umsatz auf Vorjahresniveau.

Die Umsätze der deutschen Schuhindustrie gingen im ersten Halbjahr 2012 nach 1,26 Milliarden Euro im ersten Halbjahr 2011 um 4,2 Prozent auf 1,21 Milliarden Euro zurück. “Das Umsatzniveau liegt zwar noch weit über dem des Krisenjahres 2009, mit der Entwicklung können wir dennoch nicht zufrieden sein”, sagte Ralph Rieker, Vorsitzender des HDS. Ein Minus im Inland von 2,4 Prozent zeige, dass das Konsumklima in Deutschland trotz anhaltender Euro-Krise nach wie vor stark ist.

Anders sieht die Situation auf vielen europäischen Absatzmärkten aus. Der Umsatz der angeschlossenen Unternehmen ging im Ausland um 9,3 Prozent auf 307 Millionen Euro zurück. Zunehmend attraktiv als Absatzmärkte werden die bisherigen Schwellenländer. Allein die Ausfuhren nach China stiegen um 42,9 Prozent. Die Exporte nach Russland erreichten ein Plus von 13,7 Prozent.

Für das zweite Halbjahr wird laut Rieker entscheidend sein, ob das relativ gute Konsumklima in Deutschland erhalten bleibt oder ob die angespannte Situation auf vielen internationalen Absatzmärkten auch den deutschen Markt erfasst. Der Verband rechnet trotzdem mit einem Wachstum in der zweiten Jahreshälfte und für das Gesamtjahr 2012 mit einem fast gleichbleibenden Umsatzniveau.