13. September 2012

Kritik an Ärzteprotesten

Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr hat die Ärzte im Honorarstreit mit den Krankenkassen zu Besonnenheit aufgerufen. Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, hat sich Bahr mit der Regierungskoalition darauf verständigt, die Ärzte im Honorarkonflikt mit den Krankenkassen nicht zu unterstützen.

Es wäre ein Armutszeugnis der Selbstverwaltung, wenn Ärzte und Krankenkassen hier nicht beweisen, dass sie gemeinsam die Vergütung für Ärzte regeln können, sagte Bahr vor einer FDP-Präsidiumssitzung.

Kritik an den geplanten Protestaktionen der Ärzte übte die Patientenbeauftragte für Berlin, Karin Stötzner: „Die angekündigten Protestmaßnahmen zu Lasten der Patienten sind verantwortungslos“, sagt die Patientenbeauftragte für Berlin. Ärzte und Ärztefunktionäre, die sich derzeit mit lautstarkem kämpferischem Impetus auf Protestmaßnahmen vorbereiten, könnten sich nicht darauf berufen, damit die Interessen der Patienten im Blick zu haben. Patienten, die sich derzeit bei Stötzner melden, würden großes Unverständnis und zum Teil Wut darüber äußern, dass Ärzte ihre Einkommensinteressen auf dem Rücken von Patienten zum Beispiel durch Streiks, Praxisschließungen oder die Verweigerung von Leistungen durchsetzen wollen.