10. Oktober 2012

Einschaltung externer Hilfsmittelberatung in der Kritik

Die Internationale Fördergemeinschaft rehaKIND e.V. hat sich der Kritik des Bundesverbands des Sanitätsfachhandels an der Einschaltung externer Hilfsmittelberater durch die AOK Rheinland/Hamburg angeschlossen. In mehreren Fällen, in denen in jüngster Zeit sogenannte freie Hilfsmittelberater den MdK-Gutachtern vorgeschaltet oder stattdessen eingeschaltet wurden, hätten sich die Entscheidung der Krankenkassen zur Hilfsmittelgenehmigung um weitere Wochen verzögert.

„Gerade in der Kinderrehabilitation können dies entscheidende Zeiträume für erfolgreiche Maßnahmen sein“, so die Stellungnahme von rehaKind. Die berufliche Qualifikation dieser externen Berater sei zudem völlig unklar geblieben, auch seien Patientendaten unter Verletzung des Datenschutzes weitergegeben worden. Teilweise hätten sich die freien Berater als Mitarbeiter der Krankenkassen vorgestellt und erst später habe sich herausgestellt, dass es sich um externe private Unternehmen handelte.

Nach Angaben von rehaKIND werden freie Berater zum Teil nach dem „eingesparten“ Kosten vergütet. Um Gutachter im Sinne des Gesetzes könne es sich hierbei nicht handeln, denn den betroffenen Familien seien in keinem Fall drei wohnartnahe Gutachter unter Einbeziehung des MdK vorgeschlagen worden, wie es § 14 SGB IX vorsehe. rehaKIND e.V. wendet sich ausdrücklich gegen „die weitere Verselbstständigung dieses ungeregelten Beraterwesens“.

Verband unabhängiger Hilfsmittelberater nimmt Stellung
Wie der Branchendienst MTD Instant meldet, hat Detlef Fuhrmann vom Verband unabhängiger Hilfsmittelberater (VuHb) dazu Stellung bezogen. Die Fakten seien von BVS und RehaKind verzerrt bzw. falsch dargestellt worden. Die Einschaltung des Medizinischen Dienstes (MDK) werde den Kassen durch § 275 SGB V lediglich ermöglicht; eine Verpflichtung bestünde hingegen nicht. Die erfolgreiche Tätigkeit der Hilfsmittelberater sei mit Einsparungen von Leistungskosten belegt, so Fuhrmann weiter. Die Hilfsmittelberater seien umfangreich ausgebildet und fachlich qualifiziert. Berater der HMB-Gruppe hätten sich beispielsweise in Fortbildungen bei RehaKind weiterbilden lassen, um auch in einem Spezialbereich beraten zu können. Vom MDK werde eine regelmäßige Fortbildung nicht erwartet.