25. Oktober 2012

Denken Ärzte nur ans Geld? Diskussion über IGeL bei KBV kontrovers

„Der IGeL im Schafspelz: Denken Ärzte nur ans Geld?“ Darüber disktutierten auf der Veranstaltung „KBV kontrovers“ in Berlin KBV-Chef Dr. Andreas Köhler, der Vorstand von Transparency International Deutschland Dr. Wolfgang Wodarg, sowie Ingo Kailuweit, Vorstandsvorsitzender der KKH-Allianz.



"Ärzte fühlen sich diskriminiert und diskreditiert" , eröffnete KBV-Vorstand Dipl.-Med. Regina Feldmann die Diskussionsveranstaltung. „IGeL pauschal zu verdammen, wäre falsch. Es ist nun einmal eine Tatsache, dass die Krankenkassen nicht alles bezahlen, was für einen Versicherten im Einzelfall durchaus sinnvoll sein kann. Zur Aufgabe eines Arztes gehört es, den Patienten auch über solche Leistungen zu informieren. Gleichzeitig sollte der Arzt dabei unbedingt gewisse Regeln beachten."

Sowohl Andreas Köhler, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, als auch Ingo Kailoweit, Vorstandsvorsitzender der KKH-Allianz, sprachen sich dafür aus, sich über medizinisch sinnvolle IGeL zu verständigen. Bei den von der gesetzlichen Krankenversicherung nicht bezahlten individuellen Gesundheitsleistungen gebe es solche, die im Leistungskatalog der Kassen nichts zu suchen hätten, aber auch Leistungen, die noch geprüft würden und für die eine gewisse Evidenz spreche, betonte Köhler.

Dr. Wolfgang Wordarg, Vorstand von Transparency International Deutschland, kritisierte die Rahmenbedingungen, welche Ärzte und Krankenkassen in eine Unternehmerlogik zwängen. Man rede immer mehr von Gesundheitswirtschaft. Das solidarische Gesundheitswesen sollte aber eigentlich anders funktionieren. Sobald die Patienten merkten, was da passiere, dann sei das Vertrauen weg. Dann würden die Ärzte in Zukunft behandelt wie Kaufleute. Auch dass Krankenkassen um Marktanteile kämpfen müssten, sei pervers, sagte Wodarg.

Dr. Andreas Köhler und Regina Feldmann machten auf den IGeL-Ratgeber für Patienten und Ärzte aufmerksam, den die KBV zusammen mit der Bundesärztekammer erarbeitet hat. Eine Neuauflage steht kurz vor der Veröffentlichung.