19. Dezember 2012

Mitglieder geben klares Votum für eigene Geschäftsstelle ab

Gruppenbild mit Dame: Die im Amt bestätigte Innungsgeschäftsführerin Irene Zamponi freut sich über die Glückwünsche der Vorstandsmitglieder Christoph Wallenborn (von links), Klaus Diedenhoven, Obermeister Ludwig Vorholt, Lehrlingswart Karl Schmenk und Diethelm Vogel.

Ratingen: Mit überwältigender Mehrheit haben sich die Stimmberechtigten der Innung Rheinland/Westfalen für eine selbständige Innungsgeschäftsstelle ausgesprochen. Die Abstimmung war erforderlich geworden, weil die Handwerkskammer Düsseldorf auf den fehlenden Passus der Eigenständigkeit in der Satzung aufmerksam machte. Mit ihrem eindeutigen Votum haben die Mitglieder die „gelebte Praxis“ nun offiziell bestätigt. Ebenfalls mit überwältigender Mehrheit bestätigtendie Mitglieder die bisherige Geschäftsführerin, Rechtsanwältin Irene Zamponi, in ihrem Amt. Da die Errichtung einer eigenständigen Geschäftsstelle zuvor in die Satzung übernommen wurde, war die Wahl eines Geschäftsführers zwingend erforderlich.

Verträge mit Krankenkassen
Einigkeit legten die Mitglieder der Innung auch bei den Beschlussfassungen zu den Vertragsverhandlungen mit den Primärkassen an den Tag. So sprachen sie sich dafür aus, dass die Betriebe bei Kostenvoranschlägen zur PG 31 für Versicherte der AOK NordWest und der zum BKK-Landesverband Nordwest gehörenden Betriebskrankenkassen künftig marktübliche Preise einsetzen sollten. Sollten die Kostenvoranschläge dann abgelehnt oder gekürzt werden, so müssten die Versicherten den Differenzbetrag aus der eigenen Tasche finanzieren.

Wie das Zusammenspiel von Krankenkassen und Leistungserbringern auch positiv verlaufen kann, zeigte Vorholt am Beispiel der IKK classic. Die konstruktiven Verhandlungen mit der Handwerkerkrankenkasse führten zu einer Preissteigerung von etwa 9,59 Prozent bei einer Vertragslaufzeit von zunächst 18 Monaten.

Mit dem Vertrag mit der  Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung e.V., kurz DGUV genannt, hofft die Innung, dass der bisherige Schuhpool abgeschafft wird, an dem einige ausgewählte Betriebe teilnehmen, und dass künftig alle Orthopädieschuhmacher Unfallverletzte versorgen können. 

Ebenfalls zu Beginn des neuen Jahres soll der Vertrag für die Polizeivollzugsbeamtinnen und –beamten in Kraft treten, dessen Preise sich am zufriedenstellenden Niveau des KKH Allianz-Vertrags oder bei den Einlagen an den Preisen des Bundeswehrvertrages orientierten. 

Alternativen zur Zertifizierungspflicht
Im Anschluss an die Mitgliederversammlung diskutierten die Teilnehmer über Alternativen zur Zertifizierungspflicht. Hintergrund sind Überlegungen einiger Primärkassen wie die AOK Rheinland/Hamburg, die Vorgaben nach DIN EN ISO 9001 oder 13485 aus den Verträgen herauszunehmen. Mögliche alternative Wege können nach Angaben der Innung die freiwillige Beibehaltung der Zertifizierung nach DIN EN ISO 13485, die Einführung einer Matrixzertifizierung nach DIN EN ISO 9001 oder die Etablierung des innungsspezifischen Qualitätsmanagementsystems sein.  Letzteres könnte dann mit einer freiwilligen Überprüfung analog der Matrixzertifizierung kombiniert werden. „Wir hoffen auf mehr Gestaltungsspielraum und setzen alles daran, die Kosten für die Betriebe durch wenige Audits auf Dauer niedrig zu halten“, betonte Obermeister Vorholt zum Abschluss.