29. Januar 2013

Krankenstand 2012 leicht gesunken – psychische Erkrankungen zweithäufigste Ursache von Krankschreibungen

Psychische Erkrankungen rückten erstmals auf Platz zwei der Krankschreibungen: Sie sind 2012 um vier Prozent gestiegen. Nur Muskel- und Skeletterkankungen verursachten noch mehr Ausfalltage. Mehr als die Hälfte aller erwerbstätigen Versicherten (52,1 Prozent) meldete sich im gesamten Jahr 2012 gar nicht krank. Dies ergaben Analysen der DAK-Gesundheit zum Krankenstand, für die Daten von 2,7 Millionen Beschäftigte ausgewertet wurden.

Der Krankenstand sank gegenüber dem Vorjahr leicht um 0,1 Prozentpunkte und lag bei 3,8 Prozent. Ein DAK-Versicherter war durchschnittlich 14 Kalendertage arbeitsunfähig.

Krankschreibungen aufgrund psychischer Diagnosen dauern im Durchschnitt 33 Tage. Ein professionelles betriebliches Gesundheitsmanagement könne hier gegensteuern, so die DAK-Gesundheit. Um Unternehmen dabei noch stärker unterstützen zu können, untersucht die DAK-Gesundheit derzeit mögliche Ursachen dieser Entwicklung. Die Ergebnisse wird sie Ende Februar im Rahmen ihres Gesundheitsreports vorstellen.

Betriebliches Gesundheitsmanagement aus Sicht der Unternehmen
Welche Bedeutung hat das betriebliche Gesundheitsmanagement für Unternehmen? EuPD Research befragte für die Krankenkasse 100 Unternehmen aus allen Branchen mit unterschiedlichen Betriebsgrößen. Die Krankenkassen sind aus Sicht von Personalverantwortlichen wichtige und kompetente Partner in der Prävention, sei ein Ergebnis. Im Bereich der psychischen Gesundheit wünschen sich die Personalabteilungen allerdings noch mehr Unterstützung.

Die DAK-Studie zeigt unter anderem, dass die Vereinbarkeit von Familie und Beruf von den Personalverantwortlichen nicht als zentrales Gesundheitsthema gesehen wird. „Beschäftigte wissen dagegen, dass es zu gesundheitlichen Problemen führen kann, wenn berufliche und familiäre Anforderungen zu Überforderung führen“, sagt Herbert Rebscher, Chef der DAK-Gesundheit. „Familienfreundliche Rahmenbedingungen bringen auch Vorteile für den Arbeitgeber.“

Unternehmen seien vor allem individuelle Präventionsangebote der Kassen interessiert. Besonders für ältere Arbeitnehmer ab Mitte 40 wünschten sie sich spezielle Angebote. „Betriebe haben erkannt, dass durch eine längere Lebensarbeitszeit diese Altersgruppe mehr Unterstützung braucht“, so Rebscher.