01. Februar 2013

MedInform-Konferenz zu Hilfsmittelverträgen: Qualitäts- statt Preisfokus

Im Hilfsmittelmarkt findet nach den Umbrüchen der letzten Jahre durch Ausschreibungen und Wegfall der Zulassungen langsam eine Umorientierung statt: vom Preisfokus hin zur Versorgungsqualität, vom Vertragsdiktat hin zu partnerschaftlichen Verhandlungen. Das war das Fazit der Experten der MedInform-Konferenz "Hilfsmittelverträge im Wandel der Zeit – Ist unser Vertragssystem zukunftsfähig?" am 30. Januar 2013 in Bonn.

Klaus Lotz, Präsident des Bundesinnungsverbandes für Orthopädie-Technik (BIV-OT), forderte die Weiterführung des eingeleiteten Prozesses weg von der Preisfokussierung hin zu mehr Transparenz im Verhandlungsgeschehen und mehr Versorgungsqualität bei Produkten und Dienstleistungen. „Krankenkassen und Leistungserbringer haben hier ein gemeinsames Ziel: die Versorgung der Patienten sicherzustellen.“ Detlef Klaus von Abena verwies darauf, dass die Qualitätskriterien des Hilfsmittelverzeichnisses zu aufsaugenden Inkontinenzprodukten aus dem Jahr 1994 stammen. Daran müsse dringend gearbeitet werden, um die erforderliche Qualität klar und auf dem modernen Stand zu definieren. Dem stimmte Bernd Faehrmann vom AOK-Bundesverband zu: „Es kann nicht sein, dass Qualitätskriterien im Hilfsmittelverzeichnis teilweise 20 Jahre alt sind. Wir brauchen hier mehr Dynamik und aktuellere Qualitätsanforderungen.“ Die Definition von Qualitätskriterien ist nach Meinung aller Experten eine gemeinsame Verantwortung von Krankenkassen und Leistungserbringern. Die gemeinsame Erarbeitung der Rahmenempfehlungen für Vertragsverhandlungen bieten hier große Chancen, so Rechtsexperte Peter Hartmann.

Kontrollen gefordert

BVMed-Vorstandsmitglied und GHD-Geschäftsführerin Christiane Döring forderte in der Podiumsdiskussion mit allen Marktbeteiligten, dass die Versorgungsqualität dann auch im Markt und bei den Ausschreibungsgewinnern von den Krankenkassen kontrolliert werden müsse. Zur Versorgungsqualität gehöre dabei neben dem Produkt auch die Dienstleistung. „Qualität ist nicht nur Dokumentation“, meinte Klaus Lotz. „Die Kontrolle der Versorgungsqualität im Markt haben die Krankenkassen vernachlässigt“, pflichtete Detlef Klaus bei. Klaus Mehring von der Barmer GEK widersprach dem. Nach Befragungen seiner Krankenkasse waren 70 Prozent der Versicherten mit der Versorgung nach Ausschreibungen zufrieden. Den anderen Fällen werde nachgegangen, beispielsweise durch Tests der Produkte.

Einen ausführlichen Bericht lesen Sie in der Märzausgabe der Orthopädieschuhtechnik.