28. Februar 2013

AOK NordWest: Innungsverband Nordrhein/Westfalen handelt Preiserhöhung aus

Der Innungsverband Nordrhein/Westfalen vermeldet Erfolg bei den Verhandlungen mit der AOK NordWest: Nach jahrelangen Gesprächsrunden mit der Kasse, bei denen diese zunächst 1,98 Prozent und später gut vier Prozent Erhöhung angeboten hatte, erhalten die rund 600 Mitgliedsbetriebe ab 1. April für die Anfertigung orthopädischer Maßschuhe und für Schuhzurichtungen beim Konfektionsschuh deutlich mehr Vergütung.

Die AOK hob das ursprüngliche Angebot um weitere sechs bis sieben Prozentpunkte an. Dies sei vor allem durch die Solidarität der Innungsbetriebe möglich geworden, so der Innungsverband. Dies habe die AOK letztendlich zum Handeln gezwungen.

Solidarität bei der Versorgung per Kostenvoranschlag
Der Einigung mit der Krankenkasse sei eine bislang einmalige Aktion der Orthopädieschuhmacher vorausgegangen, sagte Innungsvorstand Ludwig Vorholt. Nachdem der Verband bereits zum Ende des Jahres 2011 die Kündigung ausgesprochen hatte, versorgten die meisten Betriebe die Versicherten der AOK NordWest ab Dezember 2012 nur dann, wenn die Kasse die entsprechenden Kostenvoranschläge mit den marktüblichen Preisen genehmigte. Andernfalls mussten die Versicherten den Differenzbetrag zu den letztmals im Jahr 2001 angepassten Preisen aus der eigenen Tasche finanzieren.

Diese „marktüblichen Preise“ waren nicht mehr marktgerecht, hatte die Mehrheit der Betriebe befunden: „Die AOK-Preise lagen weit unter dem mit anderen Vertragspartnern vereinbarten Niveau. Und unsere Kostensteigerungen der vergangenen Jahre konnten wir damit bei Weitem nicht decken“, so Innungsvorstand Ludwig Vorholt. Bei der vergangenen Innungsversammlung Mitte November hatten sich die Mitglieder daher für die einheitliche Vorgehensweise ausgesprochen – trotz höherem bürokratischem Aufwand und oft langen und schwierigen Diskussionen mit den Kunden. „Das alles hat sich nun ausgezahlt. Daher gilt unser Dank allen Betrieben, die mitgemacht haben“, zeigte sich Vorholt erleichtert.

Die große Freude im Lager der Innung sei aber dadurch getrübt worden, dass laut Vorholt etwa zwei Dutzend Innungsbetriebe bereits im Vorfeld der Einigung mit der AOK Einzelverträge mit einem schon erhöhten Prozentsatz abgeschlossen hätten. Die AOK habe diesen Betrieben, so Vorholt, im Falle einer Einigung mit der Innung die dann gültigen Preise zugesichert. „Das ist alles andere als solidarisches Verhalten“, kritisierte der Obermeister.

Es sei zu hoffen, so Vorholt, dass die noch ausstehenden Verhandlungen mit dem BKK Landesverband Nordwest in dieser Hinsicht anders verlaufen. „Auch hier verfahren wir bei den Kostenvoranschlägen wie bei der AOK. Und ich bin sicher, dass wir auch dabei erfolgreich sein werden“, zeigte sich Vorholt zuversichtlich. Wie das Zusammenspiel von Krankenkassen und Leistungserbringern positiv und von Anfang an auf Augenhöhe verlaufen könne, habe das Beispiel der IKK classic gezeigt.