06. März 2013

Deutsche Diabetes-Hilfe fordert Nationale Diabetes-Strategie – Kampagne gestartet

Die Organisation diabetesDE-Deutsche Diabetes Hilfe hat die politische Kampagne „Diabetes stoppen – jetzt!“ gestartet (www.diabetes-stoppen.de). Mit ihr soll das Thema Diabetes so in die gesellschaftliche Diskussion gebracht werden, dass es nach der Bundestagwahl in diesem Jahr bei den Koalitionsverhandlungen berücksichtigt wird.

„Immerhin ist mindestens jeder 10. Wähler von Diabetes betroffen – das sollte den Politikern ein Gespräch innerhalb des anstehenden Wahlkampfes wert sein“, sagte Professor Dr. med. Thomas Danne, Vorstandsvorsitzender von diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe und Chefarzt am Kinderkrankenhaus „Auf der Bult“ in Hannover im Rahmen einer Pressekonferenz. Die Kampagne umfasst drei übergeordnete Themenblöcke: Die bestmögliche Versorgung der Menschen mit Diabetes soll gesichert, Maßnahmen zur Förderung des gesunden Lebensstils gefördert und die Selbsthilfe gestärkt werden.

„Gesundheitspolitisch müssen wir in Deutschland von kurzfristigen Projekten und Einzelentscheidungen wegkommen“, meinte Professor Danne. Das Hauptanliegen sei die Realisierung einer Nationalen Diabetes-Strategie für Deutschland. Vereinte Nationen, WHO und die Europäische Kommission empfehlen die Etablierung nationaler Aktionspläne gegen chronische Krankheiten und Diabetes im Speziellen.

Professor Danne und Claudia Leippert, stellvertretende Vorsitzende des Verbands der Diabetes-Beratungs- und Schulungsberufe in Deutschland (VDBD), forderten konkrete Maßnahmen zur Prävention: „Die Einführung einer Fett- und Zuckersteuer, eine volle Stunde Sport täglich in der Schule, eine verständliche Nährwertkennzeichnung auf Verpackungen und in Restaurants sowie das Verbot von Werbung für übergewichtsfördernde Lebensmittel und Getränke würden zur Vorbeugung von Diabetes beitragen!“

Kampagne "Diabetes stoppen - jetzt!"
Am 1. März ging die Kampagnen-Website www.diabetes-stoppen.de ans Netz. Sie bietet aktuelle Informationen und Handlungsanleitungen, anhand denen sich Interessierte, Behandler und Betroffene in die Kampagne einbringen und Termine bei ihren Abgeordneten in ihrem Wahlkreis vereinbaren können, um so mit der Politik in den Dialog zu treten. Teil der Kampagne ist außerdem die Aktion: „Post an die Bundeskanzlerin“. Drei Postkartenmotive stehen zur Auswahl „Zucker ist nicht süß“, „Blut lügt nicht“ und „Bis dass der Tod uns scheidet“, um auf Folgeerkrankungen, mangelnde Früherkennung und die lebenslange chronische Krankheit zu verweisen.