11. März 2013

Respekt und Dank für ein beispielhaftes Lebenswerk

Am 27. Februar 2013 ist der Ehrenpräsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH), der Handwerkskammer Münster und Ehrenvorsitzende des Westdeutschen Handwerkskammertages (WHKT-Vorsitzender 1969-1992), Paul Schnitker, im Alter von 86 Jahren verstorben.

ZDH-Präsident Otto Kentzler würdigt das herausragende Lebenswerk Paul Schnitkers: „Mit Paul Schnitker, der den Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) von 1973 bis 1987 als Präsident führte, verliert das Handwerk einen Repräsentanten, der in herausragender Weise unsere Wirtschafts- und Gesellschaftsgruppe und deren Organisationen gestaltet und nachdrücklich geprägt hat. Mit großem Respekt und Dank blicken wir auf ein beispielhaftes Lebenswerk für Handwerk, Mittelstand und Gemeinwohl zurück. Für immer mit dem Namen Paul Schnitker verbunden bleibt, dass er es war, der das Handwerk auf Augenhöhe mit den Spitzen der deutschen Wirtschaft und gegenüber der Politik etabliert hat. Dabei hat er das Handwerk zugleich als Wirtschafts- und als Gesellschaftsbereich herausgestellt und den Weg für eine moderne und leistungsstarke Interessenvertretung für die kleinen und mittleren Betriebe in unserem Land geebnet. Besondere Würdigung des gesamten Handwerks verdient Paul Schnitker für sein Engagement für die Ausbildung und Fortbildung im Handwerk. Für ihn als Handwerksmeister aus Leidenschaft ging es dabei nie nur um das Erlernen einer Profession, sondern auch um Herzensbildung. Auch nach seiner 15jährigen Amtszeit stand Paul Schnitker dem ZDH bei aktuellen Themen als engagierter Ratgeber zur Seite. Für diese Treue danke ich ihm auch ganz persönlich.“

Auch der Bundesminister für Wirtschaft und Technologie, Dr. Philipp Rösler äußerte sich zum Tod Schnitkers: „Das deutsche Handwerk verliert mit Paul Schnitker eine seiner prägenden Persönlichkeiten. Wie kaum ein anderer hat Paul Schnitker viele Jahre lang das Handwerk in Deutschland und Europa entscheidend mitgestaltet. Sein herausragendes Engagement für die mittelständischen Strukturen des Handwerks als Rückgrat der sozialen Marktwirtschaft hat Maßstäbe gesetzt. In besonderer Weise lagen ihm das duale Ausbildungssystem und die Weiterbildung im Handwerk am Herzen. Er hat den Belangen des Handwerks in Politik und Gesellschaft glaubhaft Gehör verschafft. Als überzeugter Europäer setzte er sich im Europäischen Parlament für die Belange kleiner und mittlerer Betriebe ein und trug maßgeblich dazu bei, die Interessen der europäischen Handwerksverbände und der mittelständischen Unternehmen auf europäischer Ebene zur Geltung zu bringen.“

Willy Hesse, Präsident des Westdeutschen Handwerkskammertages, erklärt: „Paul Schnitker hat sich um das Handwerk und seine gesellschaftliche Anerkennung in höchstem Maße verdient gemacht. Das Handwerk hätte heute nicht die ihm zustehende Anerkennung in der Gesellschaft, wenn er nicht der Politik die Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung vermittelt hätte. Als Präsident des Spitzenverbandes auf Bundesebene, in vielfältigen europäischen Positionen und als jahrzehntelanger Spitzenfunktionär der Handwerkskammer Münster und des WHKT ist Paul Schnitker aus der Geschichte der handwerkspolitischen Vertretung nicht wegzudenken. Dieses Engagement veranlasste den WHKT, Paul Schnitker – neben seinen vielfältigen sonstigen Ehrungen – mit dem selten verliehenen Ehrenzeichen des Westdeutschen Handwerkskammertages auszuzeichnen. Unvergessen bleiben seine Verdienste um die berufliche Bildung, die in den Europäischen Aus- und Weiterbildungskongressen des WHKT weiter fortleben. Die heutige Anerkennung des dualen Bildungssystems zeigt die Weitsicht von Paul Schnitker, welche weit über seinen Tod hinaus Bestand haben wird. Unser Mitgefühl gilt seiner Frau und seiner Familie. Das nordrhein-westfälische Handwerk wird ihm ein ehrendes Angedenken bewahren und seine Verdienste auch in Zukunft in Ehren halten.“