13. März 2013

IHM: Gesundheitshandwerke zeigen sich

Zum dritten Mal fand in diesem Jahr der Medientag im Rahmen der Internationalen Handwerksmesse IHM in München statt. Die Bundesverbände der Handwerke nutzten auch in diesem Jahr die Gelegenheit, sich einer breiteren Medienöffentlichkeit zu präsentieren. Wie schon im vergangenen Jahr hielten die Gesundheitshandwerke gemeinsam eine Pressekonferenz ab.

ZVOS-Präsident Werner Dierolf nutzte die Gelegenheit, den Medienvertretern die Arbeit der Orthopädieschuhtechnik näher zu bringen. Der Fuß stelle das Fundament des Körpers dar. Und so wie ein Haus ohne gutes Fundament nicht stehen könne, so würden sich Fußprobleme auf den ganzen Körper auswirken. Auf dieser Erkenntnis fuße die Arbeit der Orthopädieschuhtechnik. Die Orthopädieschuhtechnik versorge und berate rund um den Fuß und bringe Haltung und Bewegung ins Leben.

Matthias Bauche, Vizepräsident des Bundesinnungsverbandes Orthopädietechnik erinnerte in seiner Präsentation an die letztjährigen Paralympics, bei der das deutsche Team 66 Medaillen gewonnen habe. Viele davon seien erst durch die Leistungen der Orthopädietechnik möglich geworden. Die Orthopädietechnik sei aber nicht nur für Sportler mit Handicap da, betonte Bauche, sondern für alle Menschen mit Problemen am Bewegungsapparat.

Stephan Baschab von der Bundesinnung der Hörgeräteakustiker stellte das Modell eines Festzuschuss-Systems für Hilfsmittel vor. Es gelte juristisch als unstreitig, dass Versicherte einen Anspruch auf bestmögliche Hilfsmittelversorgung haben, die zum unmittelbaren Behinderungsausgleich führt, soweit ein Sachleistungsanspruch besteht. Der Übergang von Festbeträgen zu Festzuschüssen sei vor allem bei Hilfsmitteln denkbar, die nicht krankheits-, sondern altersbedingte Ursachen haben. Dass Baschab damit nicht stellvertretend für alle Gesundheitshandwerke sprach, darauf wies Werner Dierolf hin. Die Orthopädieschuhtechnik unterstütze nicht die Ausweitung der Festzuschüsse, sondern halte am Sachleistungsprinzip fest.

Uwe Breuer, Präsident der Zahntechniker, fordert die strikte Korruptionsbekämpfung im Gesundheitswesen. Notwendig sei eine strikte Trennung zwischen ärztlicher Tätigkeit sowie gewerblicher und handwerklicher Leistungen der Gesundheitshandwerke. Es sei verstärkt zu beobachten, dass Ärzte versuchen, in Leistungsbereiche der Gesundheitshandwerke vorzudringen. Die Verschärfung des § 128 sei deshalb ein wichtiger Schritt zur Stärkung der Gesundheitshandwerke.

Jürgen Meyer, Vizepräsident der Augenoptiker, hob darauf ab, wie wichtig gutes Sehen für die gesellschaftliche Teilhabe sei. Meyer berichtet von einer Aktion seines Handwerks mit Caritas in Berlin. Unter dem Motto „Gutes Sehen für alle“ seien über die Innungsaugenoptiker 3.000 kostenlose Brillen an Menschen ausgegeben, die sich aufgrund fehlender gesetzlicher Unterstützung keine Brille leisten können. Die Aktion habe gezeigt, so Meyer, dass der Bedarf riesig ist.

© be/orthopädieschuhtechnik