22. März 2013

"Handwerk statt Hörsaal"

Das Handwerk möchte verstärkt um Abiturienten und Studienabbrecher werben. Den "Massen-Unis mit überfüllten Hörsälen" setzte Handwerkspräsident Otto Kentzler im Interview mit der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (16. März 2013) und dem Internetportal "Der Westen" die Karrieremöglichkeiten im Handwerk entgegen

Massen-Unis mit überfüllten Hörsälen seien nicht gerade die beste Voraussetzung seien, um sich selbst zu verwirklichen, so Kentzler im Interview. „Wir wollen als Handwerk gezielt um enttäuschte Studenten werben. Es ist doch einfach schade, dass viele Talente verkümmern, weil sie einen akademischen Abschluss anstreben, aber damit nicht glücklich werden. Mein Vorschlag an frustrierte Studenten lautet: Mach erst mal was Sinnvolles. Studieren kannst du immer noch.“

Für das Handwerk sei die Ansprache von Abiturienten insofern wichtig, als der Wettbewerb um guten Nachwuchs härter geworden sei; immer weniger Real- und Hauptschüler interessierten sich für das Handwerk.

Mittlerweile gebe es gute Karrieremöglichkeiten im Handwerk; der Führungskräftebedarf wachse, warb Kentzler: „Leider ist noch zu unbekannt, dass die Durchlässigkeit zwischen Handwerk und Hochschulen viel größer ist als in früheren Jahren. Wer einmal seinen Meisterbrief hat, bekommt mittlerweile automatisch Zugang zur Hochschule. Realschule, Lehre, Geselle, Meister, Professor – auch eine solche Karriere ist heute möglich.“

Auch die Imagekampagne soll die Zukunfts- und Karrierechancen im Handwerk in diesem Jahr an Jugendliche vermitteln, nach dem Motto: „Handwerk bringt dich überall hin.“ Die beste Werbung, so Kentzler, seien immer noch die Betriebe, die jeden Tag gute Arbeit abliefern: „Wer mit dem Handwerk zu tun hat, merkt schnell, dass es oft um Hightech geht.“

Viele Unternehmen seien sehr kreativ im Wettbewerb um Nachwuchs und Fachkräfte. Kentzler:“ Ich kenne einen Betrieb, in dem der beste Lehrling den Smart der Firma fahren darf. Das Signal lautet: Leistung wird honoriert. Doch auch Weiterbildung, selbständiges Arbeiten, Verantwortung, Flexibilität oder Familienfreundlichkeit machen den Arbeitsplatz im Handwerk attraktiv.