17. Mai 2013

Forderungen für einen gesunden Lebensstil

Jedes Jahr erkranken in Deutschland rund 200 Kinder im Alter von 12 bis 19 Jahren neu an Diabetes Typ 2. Sehr häufig ist die Stoffwechselerkrankung eine direkte Folge von überschüssigen Pfunden. Sechs Prozent der Kinder und Jugendlichen in Deutschland sind adipös, also stark fettleibig, weitere 13 Prozent übergewichtig. Die Kampagne „Diabetes STOPPEN – jetzt!“ hat sich zum Ziel gesetzt, Diabetes Typ 2 und Übergewicht im jungen Alter zu stoppen. Neun klar formulierte Forderungen sollen zu einem gesunden Lebensstil beitragen.

„Die meisten Betroffenen wissen, dass eine ausgewogene Ernährung und Bewegung die Schlüsselrolle bei der Reduzierung des Gewichts spielen“, weiß Prof. Hans Hauner vom Else Kröner-Fresenius-Zentrum für Ernährungsmedizin in München. Doch das überall vorhandene Überangebot an stark zucker- und fetthaltigen Produkten erschwert es vielen Menschen, ihre Ernährung dauerhaft umzustellen. Gerade Kinder und Jugendliche können bei süßen Riegeln, Chips und Limonade nur schwer widerstehen. Auch der Einstieg in den Sport fällt übergewichtigen Kindern und Teenagern nicht leicht. Sie haben Angst, mit den normalgewichtigen Altersgenossen nicht mithalten zu können. „Ein erster Schritt, diesen Teufelskreis zu durchbrechen, wäre, das Sportangebot in Schulen auszubauen und eine ausgewogenere Ernährung in Schulkantinen anzubieten“, so Hauner. Damit Diabetes Typ 2 sich nicht schon im jungen Alter entwickelt, fordert auch diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe mit der Kampagne „Diabetes STOPPEN – jetzt!“ von der Politik, einen gesunden Lebensstil stärker zu fördern.

Sie fordern unter anderem:

- Einrichtung einer Fett- und Zuckersteuer gegen Übergewicht
- jeden Tag eine volle Stunde Sport in der Schule
- kein Verkauf von Süßigkeiten und zuckerhaltigen Getränken an Schulen,
- Trinkwasserstationen an allen Schulen und Betrieben
- Ausweisung von Broteinheiten (BE) auf verpackten Lebensmitteln
- Nährwertkennzeichnung in Kettenrestaurants direkt neben der Preisauszeichnung
- Ampelkennzeichnung auf der Vorderseite der Verpackung
- keine Werbung für übergewichtsfördernde Lebensmittel und Getränke, die sich an Kinder und Jugendliche wendet
- Einhaltung von Qualitätsstandards für die Schulverpflegung und in Betriebskantinen
- Betriebliche Gesundheitsförderung zu stärken.

Den ausführlichen Forderunge-Katalog finden sie hier.