17. Mai 2013

Das 7000. künstliche Kniegelenk implantiert

Das Einsetzen von künstlichen Hüft- und Kniegelenken zählt zu den häufigsten Operationen in Deutschland. Aus unserem Lebensalltag resultierender Verschleiß verbunden mit oft unerträglichen Schmerzen macht immer öfter den Einsatz künstlicher Gelenke erforderlich. Die Orthopädische Universitätsklinik im Asklepios Klinikum Bad Abbach zählt heute auf dem Gebiet des Gelenkersatzes zu den führenden Einrichtungen in der Bundesrepublik. In den 13 Jahren, in denen Professor Dr. Joachim Grifka mittlerweile die Klinik leitet, wurden dort 7000 Patienten besonders spezielle Knieprothesen eingesetzt.

Seinen überregionalen Ruf hat sich das Klinikum Bad Abbach zum einen durch die hohe, auch aus der Routine resultierende Erfolgsquote beim Einsatz künstlicher Gelenke erworben. Internationales Ansehen brachten vor allem aber auch die Verbesserungen in den Operationsverfahren, von denen heute orthopädische Chirurgen in der ganzen Welt profitieren. Dazu zählt zum Beispiel die Navigationstechnik für eine präzise Implantat-Positionierung und für eine verbesserte Funktion des künstlichen Kniegelenkes.

Auch Techniken für eine muskelschonende minimalinvasive Hüftprothesenimplantation, mit der damit verbundenen weitgehend schmerzfreien Heilung und schnellere Rehabilitation hat das Ärzteteam um Professor Grifka entwickelt.

Vor der Operation: Auf konservative Therapien setzen

Auch wenn der Einsatz von Hüft- und Knieprothesen in Bad Abbach mittlerweile Routineeingriffe sind, mahnt Prof. Grifka nachdrücklich, den Einsatz eines künftigen Gelenks als letzte mögliche Maßnahme in Betracht zu ziehen. "Wichtig sei es, zunächst alle gelenkerhaltenden Behandlungsmöglichkeiten auszuschöpfen", so Professor Grifka. Eine Operation sei dann erste Wahl, wenn Schmerzen mit anderen Mitteln nicht mehr in den Griff zu bekommen sind und die Beweglichkeit maßgeblich eingeschränkt ist. Dann kann ein Gelenkersatz ein Segen sein, um Selbständigkeit und Lebensqualität zurückzugewinnen. 

Bei dem in Bad Abbach am häufigsten verwendete Gelenkstyp, der in diesen Tagen zum 7000. Mal eingesetzt wurde, können die Bänder des Patienten erhalten werden, um so langfristig eine gute Beweglichkeit und stabile Belastbarkeit sicherzustellen. Nur die zerstörte Gelenkfläche wird durch das Implantat ersetzt. Deswegen werden diese Implantate als Oberflächenersatz bezeichnet. Die Entwicklung noch besserer künstlicher Gelenke geht weiter. So wird in Bad Abbach verstärkt mit individuell für Patienten angefertigtem Gelenkersatz gearbeitet. Auch neue Operationstechniken werden immer mehr perfektioniert, wie etwa "Femur First". Das ist eine Vorgehensweise, bei der durch spezielle Präparation des Oberschenkelschafts die sichere Funktion und Beweglichkeit des künftigen Hüftgelenks nochmals erhöht wird.