29. Januar 2014

Melbourner Erklärung fordert, Diabetes auf die politische Agenda zu setzen

Im Dezember 2013 fanden sich Parlamentarier aus mehr als 50 Staaten zum Welt Diabetes-Kongress der IDF (International Diabetes Federation) im australischen Melbourne ein. Ziel des Treffens war es, den globalen Herausforderungen durch die weltweit steigen Diabetes-Pandemie mit einheitlichen Verpflichtungen entgegenzutreten. Dabei wurde eine Erklärung verabschiedet, in der sich die Unterzeichner zur parlamentarischen Zusammenarbeit verpflichten. Erklärtes Ziel ist, dem Thema Diabetes in der politischen Agenda der beteiligten Länder einen deutlich höheren Stellenwert zu verschaffen.

Schätzungsweise 382 Millionen Menschen mit Diabetes gibt in der Welt und diese Zahl wird voraussichtlich auf 592 Millionen bis zum Jahr 2035 steigen. 80 Prozent der Menschen mit Diabetes leben in niedrigen und mittleren Einkommen. Diabetes verursachen 5,1 Millionen Todesfälle im Jahr 2013 – eine Person alle sechs Sekunden. Sir Michael Hirst, der Präsident der IDF sagte: „Dies ist eine globale Herausforderung, die eine globale Antwort erfordert.“

Dazu wurde auf dem allerersten „Parliamentary Champions For Diabetes“-Forum am 2. Dezember 2013 die Melbourner Erklärung abgegeben. Deren Unterzeichner haben sich zur parlamentarischen Zusammenarbeit verpflichtet, um sicherzustellen, dass Diabetes in jedem Land ganz oben auf der politischen Agenda steht. Das soll zu mehr Prävention führen und sicherstellen, dass frühe Diagnosen, angemessene Betreuung, Behandlung und Medikamente für alle Menschen mit Diabetes zugänglich sind. Denn es wird anerkannt, dass es zunehmend gravierende soziale, wirtschaftliche und medizinische Bedrohung durch die Diabetes-Pandemie gibt.

Die Unterzeichner haben es sich zum Ziel gemacht, ein globales Netzwerk mit folgenden Zielen zu etablieren:

1. Austausch von politischen Ansichten und praktischen Initiativen um einen Standard der „best practice“ zu etablieren.

2. Parlamentarier bereitstellen, die weltweit an Vernastaltungen teilnehmen können, um so für bessere Prävention zu sorgen.

3. Anbieten einer Plattform für den Dialog zwischen IDF -Mitgliedsverbänden und anderen Interessengruppen.

4. Alle Regierungen ermutigen, Diabetes in den nationalen Gesundheitssystemen Priorität einzuräumen.

5. Beteiligung an relevanten Debatten und Diskussionen auf internationaler Ebene (WHO, UN etc.).

6. Bemühungen, mehr Mitglieder des Parlaments für den Kampf gegen Diabetes zu gewinnen.

7. Förderung der Vernetzung und des Aufbau von Beziehungen zwischen wichtigen Entscheidungsträgern.

8. Benennen eines globalen Koordinators mit entsprechenden Verwaltungs- und Management-Unterstützung, um die oben genannten Ziele zu erreichen.

Das nächste Treffen soll beim Welt-Diabetes-Kongress im Jahr 2015 wieder als globales Forum stattfinden. 

© ke/orthopädieschuhtechnik