12. Februar 2014

Wollseifer: EU-Kommission gefährdet duale Ausbildung

Anlässlich der Pläne der EU-Kommission, die Berufsqualifikationen in Europa zu überprüfen, warnte ZDH-Präsident Hans Peter Wollseifer in der Tageszeitung Die Welt vor einer Nivellierung nach unten im Handwerk: "In letzter Konsequenz könnte das dazu führen, dass der deutsche Meisterbrief und die duale Ausbildung im Handwerk auf Druck aus Europa ausgehöhlt werden", so Wollseifer.

"Die duale Ausbildung in Deutschland ist in Gefahr durch neue Pläne aus Brüssel", meinte der ZDH Präsident. Die Europäische Kommission arbeite intensiv daran, bewährte und notwendige Qualifikationsanforderungen abzuschaffen und drohe so, bewährte und gewachsene Ausbildungs- und Qualitätsstandards zu zerstören - gerade im Bau- und im verarbeitenden Gewerbe.
 
"Dieser Preis ist entschieden zu hoch", so Wollseifer. "Denn von niedrigeren Qualifikationsstandards hat niemand etwas, weder der junge und motivierte Auszubildende noch der Verbraucher. Er will nachhaltig gute Qualität. Eine gute Ausbildung sichert dem Verbraucher qualitativ hochwertige Dienstleistungen, sie schützt vor Arbeitslosigkeit und fördert Mobilität.  Und sie sichert dem Handwerk und der gesamten Wirtschaft den Nachwuchs. Angesichts des zunehmend spürbar werdenden demografischen Wandels muss das Handwerk schon heute um qualifizierten Nachwuchs kämpfen. Wenn ab 2020 auch die geburtenstarken Jahrgänge in Rente gehen, müssen Deutschland und Europa darauf eine Antwort haben. Die kann nur darin bestehen, mehr und besser zu qualifizieren.  Es kann nicht sein, dass die hochwertige duale Ausbildung in Deutschland einerseits in ganz Europa gelobt wird und andererseits in Kauf genommen wird, dass ihre Standards nach unten nivelliert werden."

Quelle: ZDH