28. Februar 2014

DDG: Diabetes mellitus oft unterdiagnostiziert

Foto: Wissmann Design/fotolia
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Ein Viertel der über 75-Jährigen in Deutschland leidet an Diabetes – meist an Typ 2. Sie machen mit drei Millionen rund die Hälfte der etwa sechs Millionen Diabetiker in Deutschland aus. „Bei vielen von ihnen wird erst im Rahmen eines Schlaganfalls oder Herzinfarkts Diabetes diagnostiziert“, sagte Andrej Zeyfang, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft „Diabetes und Geriatrie“ der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) und Chefarzt am Bethesda Krankenhaus Stuttgart.

Die Fachgesellschaft DDG weist darauf hin, dass Diabetiker in höherem Lebensalter meist an mehreren Erkrankungen gleichzeitig leiden und andere Bedürfnisse haben als jüngere Betroffene. Die Blutzucker- und Stoffwechseleinstellung müsse an das Alter und die individuelle körperliche und geistige Verfassung der Patienten ange­passt sein, hieß es aus der Fachgesellschaft.

Im Gegensatz zu jungen Menschen mit Diabetes könnten Ältere zum Beispiel ihre Blutzuckerwerte nur selten durch Bewegung senken. Außerdem wirkten bei ihnen Medikamente wegen der nachlassenden Nierenleistung oft unerwartet stärker, wodurch sie Unterzuckerungen erleiden könnten. Senioren mit Diabetes seien bei der Therapieplanung und -durchführung zudem nicht selten überfordert und hätten Hilfe nötig.