17. März 2014

ZVOS-Präsident Werner Dierolf spricht sich für Kollektivverträge mit Leistungserbringer-Verbänden aus

Für eine Stärkung der kollektiv-vertraglichen Strukturen zwischen den Verbänden der Leistungserbringer und den Krankenkassen hat sich Werner Dierolf, Präsident des Zentralverband Orthopädieschuhtechnik (ZVOS), im Editorial des Egroh-Magazins ausgesprochen. Es müsse dabei klargestellt werden, dass die Aktivitäten eines Leistungserbringer-Verbandes gegenüber seinen Mitgliedern auch wettbewerbsrechtlich unbedenklich sind.

Dierolf warnte davor, dass Selektivverträge zwischen einem großen Krankenkassen-Verband mit einem einzelnen Leistungserbringer die Versorgervielfalt letztlich beseitigen. Dies sei einem Qualitäts- und Leistungswettbewerb abträglich: „Nur durch eine Vielfalt an Leistungserbringern wird eine hohe Wahlfreiheit der Patienten in der Versorgung garantiert - mit dem wünschenswerten Effekt eines positiven Qualitäts- und Leistungswettbewerbs.“

Im Sinne der Leistungserbringer-Vielfalt und der Wahlfreiheit der Patienten plädierte Werner Dierolf für den Abschluss von Verträgen gemäß § 127 Abs. 2 SGB V zwischen Krankenkassen und Leistungserbringer-Verbänden. „Die kleinen und mittelständischen Betriebe der Hilfsmittelbranche aus Handel und Handwerk sind in der Vertragsgestaltung mit den gesetzlichen Krankenkassen dringend auf die personelle, versierte und sachgerechte Unterstützung ihrer Verbände angewiesen. Andernfalls sind sie kaum in der Lage, mit den Krankenkassen überhaupt sinnvoll und „auf Augenhöhe“ zu verhandeln“, betonte er.

„Kollektivverträge müssen unser aller Ziel sein“, stellte der ZVOS-Präsident klar. „Aber: Bei deren Gestaltung ist unbedingt eine gesetzliche Klarstellung von Nöten: Die ureigene und gesetzlich zugewiesene Aufgabe der Leistungserbringer-Verbände ist nun einmal die Verfolgung und Abstimmung der Interessen ihrer Mitglieder. Deshalb unterliegen sie jedoch bei der Verhandlung von Versorgungsverträgen leicht dem Verdacht von kartellrechtlichen Verstößen. Dies muss unbedingt richtig gestellt werden – im Sinne der Leistungserbringer-Verbände. Und letztendlich im Sinne der Patienten.“  sw/orthopädieschuhtechnik