07. Mai 2014

Hilfsmittelverzeichnis: Produktgruppe Einlagen wird modernisiert

Der GKV-Spitzenverband will die Rahmenbedingungen für die Hilfsmittelversorgung weiterentwickeln, berichtete Carla Grienberger, Leiterin des Hilfsmittelreferats beim GKV-Spitzenverband, bei der Tagung Technische Orthopädie am 25. April in Garmisch-Partenkirchen. Unter anderem stehen einige Änderungen im Hilfsmittelverzeichnis auf dem Programm – insbesondere die Produktgruppe 08 Einlagen soll aktualisiert werden.

Dafür lägen bereits einige Fortschreibungsvorschläge vor, die intensiv beim Spitzenverband geprüft worden seien, so Grienberger. Mit der Fortschreibung dieser Produktgruppe sollen neue medizinische Erkenntnisse sowie technische Möglichkeiten, Verfahren und Materialien berücksichtigen werden. An der bestehenden Struktur der Produktgruppe soll jedoch grundsätzlich festgehalten werden, da sie in Fachliteratur und Versorgungspraxis ihren Niederschlag finde. Ergänzungen, Änderungen, aber auch Streichungen von Positionen, soweit diese nicht mehr der Versorgungspraxis entsprechen, sollen die Produktgruppe jedoch auf den aktuellen Stand der Technik bringen.

So sollen in der geplanten Fortschreibung auch neue Herstellungsverfahren berücksichtigt werden. Das Scannen des Fußes als Ersatz für den Fußabdruck oder das Fräsen von Einlagen aus einem Block werden künftig als Maß- und Herstellungsverfahren mit aufgenommen.

Schaleneinlagen für Erwachsene
Auch zu Schaleneinlagen bei Erwachsenen soll es eine neue Regelung geben. Vor einigen Jahren gab es hierüber mit einer Krankenkasse heftige, auch gerichtliche Auseinandersetzungen, ob Schaleneinlagen nicht nur bei Kindern, sondern auch bei Erwachsenen verordnet werden können. Jetzt ist geplant, Schaleneinlagen für Erwachsene ins Hilfsmittelverzeichnis aufzunehmen. Allerdings, so Carla Grienberger, müsse noch geklärt werden, bei welchen Indikationen sie verordnet werden können. Einlagen aus Leichtmetall und Edelstahl, aber auch Fersenschalen, sollen dagegen gestrichen werden, da sie kaum noch verordnet werden. Dreiviertellange Einlagen wird es künftig nicht mehr geben. Sie werden auf langsohlige Einlagen geändert. Damit entfällt auch die Zusatzposition für Verlängerungen.

Noch offen sei die Frage, so Carla Grienberger, ob neue Einlagenformen oder besondere Aufschlagspositionen für die Versorgung des diabetischen Fußes in die Produktgruppe 08 aufgenommen werden. Hierzu müsse man konkrete Anforderungen und Verfahren, Prüfungen und Indikationen festlegen und die verschiedenen Versorgungsformen voneinander abgrenzen. Hierbei müsse auch die Produktgruppe 31 (Schuhe) mit einbezogen werden, in der die diabetesadaptierte Fußbettung enthalten ist.

Sensomotorische Einlagen werden nicht aufgenommen
Wenig Hoffnung machte Carla Grienberger den Anhängern der sensomotorischen Einlagenversorgung. Die Studienlage sei schlecht; es läge kein ausreichender Nutzennachweis vor. Zudem gebe es in diesem Bereich keine einheitlichen Begrifflichkeiten, Indikationen oder Hinweise zu Bauarten und Ausführungen. Die Vorschläge zur Aufnahme ins Hilfsmittelverzeichnis könnten deshalb nicht berücksichtigt werden.

Künftig sollen die im Hilfsmittelverzeichnis verwendeten Begriffe präziser die tatsächliche Funktion der Einlagen beschreiben. „Kopieeinlagen“ werden deshalb „Stützende Einlagen“ heißen. „Einlagen in Sonderanfertigung“ sollen durch „Einlagen bei schweren Fußdeformitäten“ ersetzt werden. Diese Kategorie wird Einlagen in handwerklicher Herstellung vorbehalten sein.

Zu mehr Klarheit bei der Verordnung soll auch eine bessere Beschreibung der Materialeigenschaften der Einlagen beitragen. Auch die Anforderungen an die zusätzlich zur Bereitstellung der Produkte zu erbringenden Leistungen sollen genauer definiert werden.

Damit die jeweiligen Entscheidungen des GKV-Spitzenverbandes besser nachvollzogen werden können, soll künftig bei der Fortschreibung der Änderungsbedarf jeweils begründet und ein Bestandteil des Fortschreibungsverfahrens werden.

© Wolfgang Best/Orthopädieschuhtechnik

Den vollständigen Bericht zum Vortrag von Carla Grienberger lesen Sie in der Juniausgabe der Zeitschrift "Orthopädieschuhtechnik".