21. Mai 2014

Risiko von Diabetes-Folgeschäden gesunken

Diabetes kann Augen, Nieren und Füße schädigen. Doch die Zahl dieser Folgekrankheiten ist zurückgegangen. Vermutlich liegt das an einer besseren Behandlung und Vorsorge.

Gesunde Füße: Diabetiker leiden heute seltener an Fußproblemen als früher

Erhöhte Blutzuckerwerte bei Diabetes können die Blutgefäße und Nerven schädigen. Das kann eine Reihe von Erkrankungen nach sich ziehen. Doch aktuellen Zahlen zufolge ist der Anteil an Diabetikern mit Folgeschäden an den Augen, Nieren und Füßen gesunken. Ein Autorenteam um Professor Gunter Wolf vom Universitätsklinikum Jena veröffentlichte die neuen Berechnungen in der Deutschen Medizinischen Wochenschrift.

Schäden an der Netzhaut bei Diabetes seltener geworden

Besonders der Anteil an Diabetikern mit Netzhautschäden (Retinopathie) ist in den letzten fünfzig Jahren zurückgegangen. Stellten Ärzte 1956 noch bei 39 Prozent der Betroffenen diese Diagnose, hatten in den vergangenen Jahren nur noch 10 Prozent der Typ-2-Diabetiker und 25 Prozent der Typ-1-Diabetiker eine Retinopathie. Ähnlich sieht es bei den diabetischen Nierenschäden aus. In Lehrbüchern findet sich meist die Angabe, dass rund 40 Prozent der Menschen mit Diabetes eine eingeschränkte Nierenfunktion aufweisen. Nach den Neuberechnungen von Wolf und seinem Team leiden in Deutschland aber nur 10 Prozent der Typ-2-Diabetiker daran. Auch bei den Typ-1-Diabetikern sind es nur 15 Prozent.

Rückgang bei Amputationen

Deutliche Verbesserungen zeigen sich auch beim diabetischen Fußsyndrom. Gestörte Wundheilung und verringertes Schmerzempfinden begünstigen bei Diabetes vor allem an den Füßen schwere Geschwüre, die im schlimmsten Fall eine Amputation des betroffenen Körperteils notwendig machen. Noch in den 1990er-Jahren mussten Diabetiker sich 20-mal häufiger einer Amputation unterziehen als Gesunde. Inzwischen haben Männer mit Diabetes immerhin nur noch ein 8,8-mal höheres Risiko, das von Frauen ist 5,7-mal höher. Wodurch dieser Rückgang konkret zustande kommt, darüber geben die Zahlen keine Auskunft. Die Studienautoren vermuten aber, dass bessere Behandlungsqualität, flächendeckende Vorsorgeuntersuchungen sowie Schulungen dazu beigetragen haben könnten.