28. Mai 2014

Parlamentarischer Abend - Bundesgesundheitsminister sichert Gesundheitshandwerken Unterstützung zu

Werner Dierolf (ZVOS), Marianne Frickel (biha),, Klaus-Jürgen Lotz (BIV-OT), Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe, Hans Peter Wollseifer (ZDH), Uwe Breuer (VDZI) und Thomas Truckenbrod (ZVA). (Quelle: ZDH/Agentur Bildschön)

Am 22. Mai fand in Berlin der gemeinsame Parlamentarische Abend der Gesundheitshandwerke statt. Namhafte Vertreter aus dem Gesundheitswesen nutzten im Ottobock-Science-Center die Gelegenheit zum Austausch mit den Repräsentanten der Gesundheitshandwerke – Augenoptikern, Hörgeräteakustikern, Orthopädieschuhtechnikern, Orthopädietechnikern und Zahntechnikern. Für den ZVOS waren Präsident Werner Dierolf, Mitglieder des Vorstandes (Daniel Bürkner, Frank Schievink, Reiner Schumacher) und Hauptgeschäftsführer Oliver Dieckmann an den Fach-Diskussionen beteiligt.

Nach der Begrüßung durch Hans Peter Wollseifer, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH), sicherte Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe in seiner Auftaktansprache Präsidentin Marianne Frickel (biha) und den Präsidenten Thomas Truckenbrod (ZVA), Werner Dierolf (ZVOS), Klaus-Jürgen Lotz (BIV OT) und Uwe Breuer (VDZI) eine sorgfältige Prüfung und Unterstützung ihrer Anliegen zu. Er plädierte insgesamt für mehr Qualität und Effizienz im Gesundheitswesen. Kollektivvertragliche Strukturen seien unverzichtbar für ein Agieren auf Augenhöhe. Vor dem Hintergrund europäischer Deregulierungsbestrebungen warnte er: „Hände weg vom Meisterprinzip!“

Zahlreiche Vertreter aus Politik und Selbstverwaltung waren der Einladung der Gesundheitshandwerke und des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH) gefolgt. In seiner Rede skizzierte Bundesminister Gröhe aktuelle gesundheitspolitische Vorhaben und griff Anliegen der Gesundheitshandwerke auf. Neben der Festigung kollektivvertraglicher Strukturen sollten die Gesundheitshandwerke von unnötiger Bürokratie entlas­tet werden. Missbrauch und Fehlverhalten im Gesundheitswesen, etwa im Bereich des verkürzten Versorgungsweges, gelte es abzustellen. Verbraucherschutz werde bei den Gesundheitshandwerken durch den qualifikationsgebundenen Berufszugang gesichert. Die Meisterqualifikation im Handwerk dürfe in diesem Zusammenhang nicht in Frage gestellt werden.

In der anschließenden Diskussionsrunde machte Thomas Truckenbrod (Zentralverband der Augenoptiker) an praktischen Beispielen deutlich, dass die Gesundheitshandwerke einen wichtigen Beitrag zur Bewältigung der Folgen des demographischen Wandels leisten können. Marianne Frickel (Bundesinnung der Hörgeräteakustiker) betonte, dass die kleinen und mittleren Betriebe der Gesundheitshandwerke bei Verhandlungen mit den Krankenkassen auf die Unterstützung ihrer Fachverbände angewiesen seien. Sie plädierte für faire Rahmenbedingungen zwischen Leistungserbringern und Kostenträgern sowie mehr Rechtssicherheit hinsichtlich der Anwendbarkeit des Wettbewerbsrechts, um auch in der Zukunft die bestmögliche Versorgungsqualität erbringen zu können.

Im Sinne eines fairen Wettbewerbs zwischen Leistungserbringern und Kos­tenträgern benötige man im umkämpften und hochregulierten Gesundheitsmarkt ein gutes ordnungspolitisches Fundament, so Uwe Breuer (Verband Deutscher Zahntechniker-Innungen). Es brauche gesetzliche Regelungen, die Fehlanreize unterbinden, damit  sich eine qualitätssichernde und sachgerechte Arbeitsteilung zwischen Ärzten als freie Berufe und den medizin-technischen Leistungen der Gesundheitshandwerke leis­tungsfördernd und positiv für die Versorgungsqualität der Patienten auswirken könne.

Klaus-Jürgen Lotz (Bundesinnungsverband für Orthopädietechnik) begrüßte die Aussagen von Minister Gröhe zum Bürokratieabbau im Gesundheitswesen. An konkreten Beispielen zeigte er auf, welche teils zuwiderlaufenden Bestimmungen die Arbeit der kleinen und mittleren Unternehmen der Branche erschweren. Nicht die Bürokratie, sondern das Patientenwohl müsse im Mittelpunkt stehen, so Lotz.

Zum Abschluss stellte Werner Dierolf (Zentralverband Orthopädieschuhtechnik) heraus, dass das Handwerk für „Qualität durch Qualifikation“ stehe. Der Meistervorbehalt sei daher ein Garant für eine sichere und hochwertige Versorgung. Weitere Deregulierungen beim Berufszugang führten auch zu abfallenden Ausbildungsleistungen auf Seiten der Betriebe, was insbesondere vor dem Hintergrund des demographischen Wandels unbedingt verhindert werden müsse.