01. Juli 2014

OECD Gesundheitsdaten 2014: Reales Wachstum der Gesundheitsausgaben rückläufig

Foto: Walter Reich/pixelio
Foto: Walter Reich/pixelio

In Deutschland beliefen sich die Gesamtausgaben für Gesundheit im Jahr 2012 auf 11,3% des BIP und lagen damit um 2 Prozentpunkte über dem Durchschnitt der OECD-Länder (9,3%). Dies teilt die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) mit.In den Vereinigten Staaten (16,9%), den Niederlanden (11,8%), Frankreich (11,6%) und der Schweiz (11,4%) lag der Anteil der Gesundheitsausgaben an der Wirtschaftsleistung im gleichen Jahr höher. Wie in vielen anderen OECD-Staaten ist das reale Wachstum der Gesundheitsausgaben auch in Deutschland in den letzten Jahren zurückgegangen. In den Jahren 2011, 2012 und 2013 lag der jährliche Anstieg bei etwa 1%.

Der öffentliche Sektor finanziert in den meisten OECD-Staaten den Großteil der Gesundheitsausgaben. Dies trifft auch auf Deutschland zu, wo der Anteil der öffentlichen Hand mit 77% leicht über dem OECD-Durchschnitt von 72% liegt.

Die preisbereinigten Ausgaben für Arzneimittel sind in den letzten Jahren in einer Reihe von OECD-Staaten gesunken. So auch in Deutschland , wo für Arzneimittel 2011 und 2012 weniger als in den jeweiligen Vorjahren ausgegeben wurde. Diese r Rückgang geht auch auf das Arzneimittelmarkt-Neuordnungsgesetz zurück, das bei patentgeschützten Arzneimitteln die Herstellerrabatte anhob und Preiserhöhungen bis 2013 ausschloss. Außerdem beendete das Gesetz die freie Preissetzung bei neuen und innovativen Medikamenten. Erstattungspreise werden nunmehr zwischen Herstellern und der Gesetzlichen Krankenversicherung basierend auf einer Nutzenbewertung verhandelt.

Gesundheitsstatus und Risikofaktoren
Im Jahr 2012 lag die Lebenserwartung bei Geburt für die gesamte Bevölkerung in Deutschland bei 81,0 Jahren und damit um nahezu ein Jahr über dem OECD-Durchschnitt von 80,2 Jahren. Unter den OECD-Ländern ist die Lebenserwartung in Japan (mit 83,2 Jahren) am höchsten, gefolgt von Island (83 ,0 Jahre) und der Schweiz (82,8 Jahren). Wie in vielen anderen OECD-Staaten ist der Anteil der Erwachsenen , die täglich rauchen, auch in Deutschland in den vergangenen Jahrzehnten zurückgegangen: Griffen 1978 noch 29% der Deutschen regelmäßig zur Zigarette waren es 2009 nur noch 22%. Dies entspricht ungefähr dem OECD-Durchschnitt (21 %).

Schweden, Island, die Vereinigten Staaten und Australien sind Beispiele für Länder, die bemerkenswerte Erfolge bei der Reduzierung des Tabakkonsums erzielt haben; hier liegt der Anteil der Raucher an der Erwachsenenbevölkerung unter 17%.Fettleibigkeit hat in den letzten Jahrzehnten in allen OECD-Ländern zugenommen, wenngleich es zwischen den einzelnen Ländern nach wie vor erhebliche Unterschiede gibt. In Deutschland waren im Jahr 2009 nach Eigenangaben 14,7% der Erwachsenen fettleibig. 1999 lag dieser Wert noch bei 11.5%. Damit liegt das Land etwas unter dem OECD-Durchschnitt von 15,4% im Jahr 2011 und bei knapp der Hälfte des „dicksten“ OECD-Mitglieds: die Vereinigten Staaten verzeichneten mit 28,6% im Jahr 2012 die mit Abstand höchste Fettleibigkeitsrate . Die zunehmende Verbreitung´von Fettleibigkeit wird bestimmte Gesundheitsprobleme, etwa Diabetes und Herz-Kreislauferkrankungen, in Zukunft wahrscheinlich verstärken und die Kosten der Gesundheitsversorgung erhöhen.