16. Juli 2014

Das Handwerk warnt: Mindestlohn mindert Attraktivität der Lehre

Der Baden-Württembergischen Handwerkstag (BWHT) hat den vom Bundestag beschlossenen Mindestlohn als riskant kritisiert. Die Azubi-Löhne könnten mit dem Gehalt für ungelernte Kräfte dann nicht mehr mithalten. Möglicherweise werde es nun noch schwieriger, Nachwuch im Handwerk zu gewinnen.

„Viele Betriebe zahlen tariflich bereits jetzt einen höheren Stundensatz, das ist nicht das Problem“, sagte der Hauptgeschäftsführer des BWHT Oskar Vogel, „aber wenn ungelernte Helfer künftig deutlich mehr verdienen als junge Menschen in der Ausbildungszeit, dann wird die Lehre unattraktiv.“

Man werde nun sehr genau beobachten müssen, ob der Anspruch auf den gesetzlichen Mindestlohn bereits ab dem 18. Lebensjahr den Reiz für manchen Jugendlichen erhöhe, eine Ausbildung zu umgehen, betonte Vogel. 1.400 Euro brutto im Monat ohne jegliche Qualifikation, das klinge doch verlockend. Zudem verhalte sich dies kontraproduktiv zu den Bemühungen der Landesregierung, tausende Jugendliche ohne Abschluss schneller von der schulischen Warteschleife in die duale Ausbildung zu bringen, wie es ab dem kommenden Schuljahr auf Empfehlung des landesweiten Ausbildungsbündnisses mit der dualen Ausbildungsvorbereitung (AV dual) modellhaft erprobt wird. Diesem begrüßenswerten neuen Bildungsweg könnten damit Steine in den Weg gelegt werden, befürchtet Vogel.