16. Juli 2014

Karl Türk feierte 80. Geburtstag

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Karl Türk

Innung für Orthopädieschuhtechnik Baden-Württemberg: Seinen 80. Geburtstag hat Karl Türk gefeiert - ein Anlass, seine Verdienste um die Branche zu würdigen. Denn Karl Türk leistete für deren Belange im Laufe seines Berufslebens immer wieder Pionierarbeit.

Vor vierzehn Jahren gab er das Amt des Obermeisters ab und zog sich aus seinen Ämtern zurück. Richtig in Rente ging Karl Türk danach aber nicht. Zwar hat er den von ihm gegründeten Betrieb in der Loßburger Straße in Freudenstadt schon längst seinem Sohn ­Herbert übergeben, doch die Leidenschaft für das Handwerk macht nicht vor dem Alter halt. So trifft man Karl Türk heute noch regelmäßig in „seinem“ Betrieb an – auch in der Werkstatt, wo er noch mitarbeitet und die Mitarbeiter von seiner großen Erfahrung profitieren können.

Die Leidenschaft für das Handwerk zeigte sich bei Karl Türk schon früh. 1948 begann er seine Ausbildung zum Schuhmacher und schon in der Gesellenzeit machte er durch sein ­Talent in der Erforschung neuer Versorgungstechniken für die Orthopädieschuhtechnik auf sich aufmerksam. Im kleinen Kreis, schon damals mit Prof. Wolfgang Marquardt interdisziplinär besetzt, wurde zum ­Beispiel das Material Zellvulkolan erprobt und neue ortho­pädische Zurichtungen am Schuh entwickelt.

Seinen Meisterbrief erwarb Türk bereits mit 22 Jahren und gründete seinen Betrieb in Freudenstadt, der heute auch überregional einen hervorragenden Ruf genießt. Karl Türk sah aber nie nur seinen Betrieb, sondern verband technische Weiterentwicklungen mit berufspolitischem Engagement. Er wurde Vorstandsmitglied der Bezirksgruppe Süd-Württemberg und übernahm 1976 deren Leitung. 1977 wurde er aufgrund seines Sachverstandes in den Beratungssausschuss für das Orthopädieschuhmacher-Handwerk der heutigen Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie berufen. Diesem interdisziplinär besetzten Gremium gehörte er über 20 Jahre an. 1985 wurde er zum stellvertretenden Bundesinnungsmeister gewählt und gehörte dem Vorstand des BIV bis zum Jahr 2000 an. 1988 wählten ihn seine Kollegen zum Obermeister der Innung für Orthopädieschuhtechnik, die er bis zu seinem Ausscheiden im Jahr 2000 leitete.

Den Namen Türk verbinden heute viele mit der Schuhversorgung beim diabetischen Fußsyndrom. Karl Türk und sein Sohn Herbert haben in diesem Bereich schon vor über 20 Jahren Pionierarbeit geleistet. Das Prinzip der druckumverteilenden Fußbettung wurde ganz wesentlich von beiden entwickelt. Doch Karl Türks Pionierarbeit beschränkte sich nicht nur auf die schuhtechnischen Versorgungsprinzipien. Das Schulungsprogramm Diabetes für Orthopädieschuhmacher für diesen wichtigen und risikobehafteten Versorgungsbereich geht wesentlich auf seine Initiative zurück. Und Karl Türks fundierter Argumentation und Verhandlungsgeschick ist es auch zu verdanken, dass die neuen Versorgungstechniken Eingang ins Hilfsmittelverzeichnis fanden. Neben der Diabetesversorgung leistete Karl Türk auch Pionierarbeit bei den Zehensilikonorthesen, bei denen er Material aus der Zahntechnik für die Orthopädieschuhtechnik nutzbar machte. Auch im Bereich der Kompressionsversorgung hatte Karl Türk wesentlichen Anteil daran, dass diese Hilfsmittel auch von der Orthopädieschuhtechnik abgegeben werden können. Nicht zuletzt war er über viele Jahre eine wichtiger Ratgeber und Förderer unserer Fachzeitschrift "Orthopädieschuhtechnik".

„Der Name Türk ist in unserem Handwerk über viele Jahre hinweg zu einem Begriff geworden, wenn es um Fort- und Weiterbildung und die die Entwicklung und Erforschung neuer Technologien und Leistungsangebote für die Orthopädieschuhtechnik gibt“, würdigte  1987 der damalige Bundesinnungsmeister Albrecht Breymann die Verdienste von Karl und Herbert Türk. In diesem Jahr wurden Vater und Sohn, zum ersten und bislang einzigen Mal, für ihre Verdienste um die Orthopädieschuhtechnik mit dem Jahrespreises für Orthopädieschuhtechnik ausgezeichnet.
Am 11. Juli 2014 feierte Karl Türk seinen 80. Geburtstag. Wir gratulieren herzlich.