21. Juli 2014

Schwannecke plädiert für flexible Teilrente

In der Fachzeitschrift „IKZ-Haustechnik“ fordert Holger Schwannecke, Generalsekretär des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH), eine „praktikable und flexible" Teilrente: Damit werde den Menschen erleichtert, bis zur Rente in Erwerbstätigkeit zu bleiben. Kritik übt er an der in Kraft getretenen Rente mit 63.

„Die Verbesserungen bei der Erwerbsminderungsrente sind richtig. Doch die Mütterrente ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, mit der die Beitragszahler nicht belastet werden dürfen! Und die Rente mit 63 ohne Abschläge nur für Angehörige der Jahrgänge 1950 bis 1963 ist falsch und verantwortungslos“, so Schwannecke.

Die neuen Frührentner seien doch bereits privilegiert gegenüber allen anderen Rentnern - sie hätten im Schnitt den Anspruch auf doppelt so hohe Rentenzahlungen verglichen mit der Durchschnittsrente und dürften auch nach bisher geltendem Rentenrecht vorzeitig mit 65 ohne Abschläge in Rente gehen, kritisierte der ZDH-Generalsekretär. Die „Privilegien einer im Verhältnis kleinen Gruppe von Neurentnern“ würden letztendlich alle zahlen, so Schwannecke. „Arbeitnehmer und Arbeitgeber über höhere Beiträge; Rentner, weil ihre Rentenerhöhungen geringer ausfallen werden; und vor allem die junge Generation. Sie muss höhere Beiträge entrichten, wird deutlich später in Rente gehen können und bekommt auch deutlich niedrigere Renten. Auch nach 45 Jahren Maloche.“

Viel schlimmer sei die "Rolle rückwärts" in der Rentenpolitik angesichts der dramatischen Entwicklung der Demografie. Die privilegierten Jahrgänge seien die besonders geburtenstarken Jahrgänge in Deutschland. Wenn sie jetzt in großer Zahl in Rente gehen, belaste das die Sozialkassen über Jahrzehnte, warnte Schwannecke. Die Tatsache, dass in Deutschland der Anteil der jungen Menschen im Erwerbsalter und damit der Beitragszahler immer weiter schrumpft, verschärfe das Problem.

Schwannecke wies darauf hin, dass das Handwerk ältere Mitarbeiter als Fachkräfte mit Erfahrung brauche. Die Rückkehr zur Frühverrentung sei auch in dieser Hinsicht eine Riesendummheit.

Er schlug stattdessen ein flexibel zu handhabendes Teilrentenmodell vor. Dieses könne auch jenen Menschen helfen, die vor der Rente nicht mehr in Vollzeit arbeiten können oder wollen. Damit werde auch erleichtert, bis zur Rente in Erwerbstätigkeit zu bleiben. „Das gilt auch insbesondere für körperlich besonders belastende Berufe, wie es im Handwerk einige gibt. Die Bundesregierung hat versprochen, bis zum Herbst Vorschläge zur Verbesserung bei der Teilrente vorzulegen. Es wird Zeit!"