30. Juli 2014

Wichtigkeit der Therapieziele für Patienten ermitteln

Eine vom Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) erprobte Methode kann zeigen, wie wichtig verschiedene Therapieziele für Befragte sind. Die Methode der „Conjoint Analysis“ (CA) ist prinzipiell geeignet, um herauszufinden, welche Präferenzen Patienten bei Therapiezielen haben. Um sie bei Kosten-Nutzen-Bewertungen breit einzusetzen, müssen allerdings noch einige, vor allem methodische Fragen geklärt werden. Das ist Ergebnis eines Pilotprojekts des IQWiG.

Das IQWiG hat in zwei Pilotprojekten die beiden international am weitesten verbreiteten Methoden getestet, mit denen sich Patientenpräferenzen ermitteln lassen. Den Bericht zum Analytic Hierarchy Process (AHP) hatte das IQWiG bereits im Juni 2013 vorgestellt, nun liegt auch das Arbeitspapier zur CA vor.

Patienten sind gewissermaßen die „Endverbraucher“ von medizinischen Maßnahmen. Deshalb werden sie international in die Bewertungen von Nutzen und Kosten einbezogen. Allerdings geschieht dies bislang nicht systematisch, transparent und nachvollziehbar. Zudem werden dabei in der Regel rein qualitative Verfahren eingesetzt, nicht jedoch quantitative Ansätze wie CA oder AHP.

Nach diesem Pilotprojekt beurteilt das IQWiG die CA – wie zuvor schon den AHP – als grundsätzlich geeignete und handhabbare Methode. „Patientinnen und Patienten kommen damit zurecht und das Verfahren liefert brauchbare Ergebnisse. Wenn es darum geht, Endpunkte zu gewichten, könnte man die CA also einsetzen.“, sagt Andreas Gerber-Grote, Leiter des Ressorts Gesundheitsökonomie im IQWiG. „Beide Pilotprojekte waren erfolgreich. Aber bevor wir CA oder AHP bei der Bewertung breit einsetzen können, gibt es noch eine ganze Reihe von Herausforderungen, und die sind vor allem methodischer Art“, gibt der stellvertretende Institutsleiter Stefan Lange zu bedenken.