19. August 2014

Sport mit Endoprothesen möglich

Foto: Katja Fuhr-Boßdorf/pixelio
Foto: Katja Fuhr-Boßdorf/pixelio

Nach dem Ersatz von arthrotischen und funktionsuntüchtigen Gelenken durch Endoprothesen darf in der Regel wieder Sport getrieben werden. Darüber informiert die Deutsche Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention (DGSP). Sportarzt und Patient sollten dabei Kontraindikationen ausschließen und sorgfältig Bewegungsmöglichkeiten abwägen.

Ob ein Patient wieder Sport treiben kann, hängt von einigen Voraussetzungen ab, so die DGSP. So müsse die Operation mindestens sechs Monate zurück liegen, das Implantat stabil verankert sein sowie Schmerzfreiheit, eine angemessene Bewegungsfähigkeit des Gelenkes und stabile Herz-Kreislauf-Verhältnisse vorhanden sein.

Als Kontraindikationen nennt die DGSP Gelenkinfektion, Implantatlockerung, und Gelenkinstabilität. Unter Abwägung der endoprothetischen und patientenbezogenen Vorgaben müsse ein Kompromiss zwischen gelenkstabilisierenden Bewegungsreizen und möglicher Überbeanspruchung gefunden werden. Abrupte Rotationsbewegungen, Scheren oder Kreuzen der Beine sowie Belastungsspitzen seien zu vermeiden.

Unbedingt zu unterlassen sei Leistungs- und Wettkampfsport in den „Impact-Sportarten“, also Sportarten mit Sprüngen und abrupten Bewegungen. Als besonders geeignete Sportarten empfiehlt die Sektion Rehabilitation und Behindertensport der Deutschen Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention Schwimmen mit Kraulbeinschlag, Radfahren, Wandern, Nordic Walking, Aquajogging, Gymnastik zur Dehnung und Kräftigung, Ruder, Paddeln und Tanzen.

Bedingt geeignete Sportarten seien Skilanglauf (Diagonalschritt), Golf, Tennis, Tischtennis, Kegeln/Bowling, Reiten, Alpiner Skilauf und Jogging. Es werden nicht empfohlen: Kampfsportarten/Wettkampfsport, Ballsportarten, Leichtathletik, Geräteturnen, Eislaufen, Squash, Mountainbiking und Inline-Skating. Grundsätzlich sind Sportarten mit erhöhtem Verletzungsrisiko, die gleichzeitig auch zu höheren Beanspruchungen der Endoprothesen führen können, für diese Patienten nicht geeignet.