18. September 2014

rehaKIND fordert Qualifikationsnachweise für externe Hilfsmittelberater

Die internationale Fördergemeinschaft Kinder- und Jugendrehabilitation rehaKIND hat sich mit einer Stellungnahme und Petition zum Einsatz externer Hilfsmittelberater an das Bundesgesundheitsministerium und den Gesundheitsausschuss gewandt. Darin fordert rehaKIND ein einheitliches und transparentes Vorgehen, um die Qualifikation externer Gutachter festzustellen. Der Einsatz externer Hilfsmittelberater steht in diesen Wochen im Gesundheitsausschuss und im Bundestag auf der Agenda.

rehaKIND spricht sich dafür aus, für alle Gesetzlichen Krankenkassen einheitliche Maßstäbe zu finden. Dies sei umso wichtiger, als Hilfsmittelberater bislang in vielen Fällen die Arbeit von Fachleuten beurteilen, ohne selbst über die entsprechende Qualifikation zu verfügen.

Maßstab der Versorgung müsse die Hilfsmittelrichtlinie sein, so rehaKIND. Neben einer medizinischen Grundausbildung und Kenntnis der ICF sollten externe Hilfsmittelberater die fachlichen Voraussetzungen erfüllen, die im jeweiligen Versorgungsbereich an die Fachliche Leitung nach Präqualifizierungskriterien gestellt wird.

rehaKIND spricht sich dafür aus, dass von externen Hilfsmittelberatern regelmäßig Nachweise über eine ständige Wissensaktualisierung zu erbringen seien und dass Kostenträger ihre Qualifikation regelmäßig überprüfen müssen.

Keinesfalls, so rehaKIND, dürfe nur die Preis/Mengenreduzierung Grundlage der Gutachten externer Hilfsmittelberater sein, da dies auf Dauer nicht der Versorgungsqualität diene. Die Bezahlung der Berater dürfe nicht auf der Grundlage eingesparter Kosten erfolgen. Das Ziel aller Bemühungen müsse immer die für das jeweilige Kind passende individuelle Versorgung sein, ermittelt am Bedarf im Alltag und gemeinsam formulierten Zielen.

Rat an Leistungserbringer und Versicherte
rehaKind empfiehlt Leistungserbringern, die mit externen Hilfsmittelberatern konfrontiert werden, sich eine entsprechende Einwilligung des Versicherten vorlegen zu lassen. Aus dieser solle hervorgehen, dass der Leistungserbringer Versichertendaten offenbaren darf. Wenn der Versicherte den Einsatz eines Hilfsmittelberaters wünsche, seien die Daten weiterzugeben, der Versicherte sei insofern „Herr“ seines Antragsverfahrens.

Als Versicherter habe man jedoch grundsätzlich die Möglichkeit, unter Hinweis auf das Bundesversicherungsamt und den Bundesdatenschutzbeauftragten den Einsatz eines solchen Beraters zu verweigern. Allerdings bestehe hier das Risiko, dass dann die Leistung wegen fehlender Mitwirkung abgelehnt werden. Gegebenenfalls empfehle es sich, unter Vorbehalt dem Einsatz zuzustimmen. In jedem Fall sollte jedoch zuvor die Qualifikation des Beraters erfragt werden.

© sw/orthopädieschuhtechnik