01. Oktober 2014

Patienteninteressen stehen nicht im Vordergrund

Ärzte vertreten die Interessen der Patienten und kümmern sich um die Gesundheit. So propagieren das die Ärzteverbände in der Öffentlichkeit. In der Praxis sieht laut einer Studie der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Aalen die Realität jedoch anders aus. Für die Studie wurden 302 niedergelassene Ärzte und 286 Patienten befragt.

Die taktischen Steuergrößen wie Quartalsgewinn, Umsatzzahlen und Praxisauslastung stehen demnach bei den niedergelassenen Ärzten im Vordergrund. Kriterien wie das Ansehen der Praxis in der Öffentlichkeit, das Empfehlungsmanagement oder Zukunftsfragen spielen bei den Arztpraxen fast gar keine Rolle. Ebenso neue Technologien wie die Terminvergabe oder Rezeptbestellung via Internet.

Die Interessen der Patienten werden von niedergelassen Medizinern vielfach nicht berücksichtigt. Die Wartezeiten auf einen Behandlungstermin und in der Arztpraxis managen die Allgemeinmediziner zur Zufriedenheit ihrer Patienten. Jedoch nicht die Fachärzte, kritisieren die Patienten, so die Studie.

Auch stehen demnach Hygiene und Sauberkeit bei allen niedergelassenen Ärzten nicht im Fokus des Praxismanagements. Zudem ist das Personal in den Facharztpraxen selten freundlich und aufmerksam bemängeln die Patienten. Ein Großteil der Patienten ist aber mit der fachlichen Kompetenz aller Ärzte zufrieden. Die Beratung im Patientengespräch bei den Fachärzten lässt aber zu wünschen übrig. Patienten legen ebenfalls viel Wert auf einen guten Gesamteindruck der Praxis. Dies scheint aber allen befragten niedergelassen Ärzten nicht so wichtig zu sein.

Der Studienleiter Dr. Bodo R. V. Antoni? von der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Aalen fasst es so zusammen: „Kriterien, wie Patientenzufriedenheit und Hygiene, haben für den niedergelassenen Arzt keine Relevanz.“

Quelle: HTW Aalen