19. November 2014

Wie können passendere Schuhweiten realisiert werden? Lebhafte Diskussionen auf dem 5. Passformsymposium

Online-Bildergalerie unter www.passformsymposium.de

"Fünf Jahre nach der Veröffentlichung des Deutschen Fußreports haben sich die Schuhweiten den vorgefundenen Fußmaßen in der Bevölkerung - insbesondere der Vielzahl an schlanken Füßen - erstaunlich wenig angepasst." Das sagte Annette Switala, Redakteurin von "Komfortschuhe - Passform & Design", einführend zum 5. Passformsymposium, das die Fachzeitschrift "Komfortschuhe - Passform & Design" gemeinsam mit Fagus am 11./12. November 2014 im O1 veranstaltete. Grund genug, um mit renommierten Passform-Spezialisten aus Schuhforschung, Handel und Industrie auszuloten, welche aktuellen Entwicklungen auf dem Weg zu mehr Weiten behilflich sein können.

Im Mittelpunkt der Diskussionen stand insbesondere die Frage, wie auch Schlankweiten in Schuhfertigung und Schuhhandel realisiert werden können und wie Händler und Hersteller gemeinsam das Ziel besser passender Schuhe erreichen können.

Dr. Monika Richter, PFI Germany, stellte vier auf Grundlage des Deutschen Fußreports erarbeitete Fußtypen vor, die sich durch das Verhältnis von Vorfuß, Mittelfuß und Rückfuß charakterisieren. Beim PFI werde bereits damit experimentiert, Leisten auf dieser Grundlage herzustellen und darüber zu besser passenden Schuhen zu kommen.

Andreas Schmidt, Fagus, demonstrierte zusammen mit Stefan Tintrup, Elten, wie sich eine große Bandbreite an Weiten über drei Leistenmodelle praktikabel umsetzen lassen. Was in der Schuhfertigung dazu beitragen kann, dass der Schuhinnenraum tatsächlich den Leistenmaßen entspricht, erläuterte Dr. Kathrin Schäfer vom PFI Germany.

Langfristige Planung und Strategie im Handel notwendig
Schlankweiten verkaufen ist nicht einfach - darüber sind sich auch erfahrene Händler einig. Doch verschafft man sich die nötigen Kenntnisse, lassen sich häufig sehr dankbare, lebenslange Stammkunden erobern. Andrea Wöber-Hübner, Schön & Endres, Würzburg, zeigte auf, wie sich eine Mehrweiten-Sortiment planen lässt und welche Marketing-Aktivitäten es ermöglichen, sich als Weitenspezialist zu profilieren. OSM Hartmut Schühle, Schuh Oesterle, Stuttgart, zeigte wirkungsvolle Techniken der Fußvermessung auf und erläuterte, wie sein Team vom Fuß auf den passenden Schuh schließt. Dabei vermittelte er anschaulich, wie sich aufbauend auf die Fußvermessung individuelle Lösungen und eine langfristige Kundenbindung erzielen lassen.

3D-Scansysteme für Fuß und Schuh
Einen Höhepunkt der Veranstaltung bildete die Präsentation und Diskussion neuerer 3D-Scansysteme, die Fußdaten mit Schuhinnenmaßen abgleichen und mittlerweise hunderttausende von Datensätzen erhoben haben. Zu der Frage, welche neuen Perspektiven dadurch für Entwicklung und Vermittlung passender Schuhe entstehen, standen die Unternehmen Mifitto, Corpus.e, UTD (Rightshoes) und UCS (SafeSize) dem Publikum Rede und Antwort.

Einen ausführlichen Bericht zum 5. Passformsymposium lesen Sie in der kommenden Ausgabe von "Komfortschuhe - Passform & Design", die Ende Januar erscheint.

Bildergalerie unter www.passformsymposium.de.