30. November -0001

Beruf des Orthopädie-Schuhmachers muss bekannter gemacht werden

Foto: Juraschek
(v.l.n.r.:) Stellv. Obermeister David Haßler, Lehrlingswart Stefan Egelhof, Obermeister Karl-Heinz Weber, Facharzt Dr. Wilko Sander, Vorstand Holger Schneider und Geschäftsführer Karlheinz Gaschler. Foto: Juraschek

Orthopädische Schuhe, die den Füßen gut tun: Viele stehen drauf. Doch kaum jemand kennt den Beruf des Orthopädie-Schuhmachers. Vor allem bei jungen Leuten muss das Traditionshandwerk bekannter gemacht werden, sind sich die Mitglieder der Innung für Orthopädie-Schuhtechnik Mittelrhein-Pfalz einig. Maßnahmen gegen den Fachkräftemangel war eines von vielen Themen, die die Handwerker auf ihrer diesjährigen Herbstversammlung im Koblenzer Servicehaus Handwerk diskutierten.

„Mit uns läuft es!“, so wirbt der Zentralverband Orthopädietechnik (ZVOS). „Die Mobilmacher“ wollen weg vom Image, zwar gesundes, aber unattraktives Schuhwerk zu kreieren. Denn das ist weit gefehlt. Dass sich chic und gesund keinesfalls ausschließen, beweisen zahlreiche Wettbewerbe, die der ZVOS ausrichtet, berichtete Elisabeth Vogel, Expertin für Öffentlichkeitsarbeit. Mit Hilfe von Fotos prämierter Schuhe wie etwa einem pfiffigen Kinderschuh mit Zottelfell und frechen Augen, gelingt es, in den Medien präsenter zu sein und zu zeigen, „was das Handwerk alles kann.“

Um noch attraktiver für junge Leute zu werden, wurde weiter eine Erhöhung der Ausbildungsvergütung von derzeit 320 Euro monatlich im ersten Lehrjahr auf 520 Euro, so der Vorschlag von Obermeister Karl-Heinz Weber und Lehrlingswart Stefan Egelhof, beschlossen. 85 Mitgliedsbetriebe gehören zur Innung. Nur 19 davon bilden aus, so Egelhof. Zu wenig. Denn angesichts der demografischen Entwicklung sei ein weiterer Anstieg von Kunden zu erwarten, während dem Handwerk junge Fachkräfte fehlen.

Dreieinhalb Jahre dauert die Ausbildung. Der Orthopädieschuhtechniker fertigt Einlagen und orthopädische Zurichtungen am Konfektionsschuh, er stellt Stabilisierungsele­mente und Orthesen her bis hin zu orthopädischen Maßschu­hen. Auch die medizinische Fußpflege und die Kompressions­versorgung gehören zu seinem Aufgabenspektrum.

Den Auswirkungen von Fußfehlstellungen auf Knie-Hüft-Beschwerden widmete sich Dr. Wilko Sander, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie aus Troisdorf. Daneben stellte er verschiedene Maßnahmen vor, wie der Orthopädieschuhtechniker z.B. Beinlängen-Differenzen oder eine Blockierung des Kreuzdarmgelenkes feststellen kann.

Karlheinz Gaschler, Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Mittelrhein, erinnerte die rund 50 Sitzungsteilnehmer daran, die Betriebsberatung und die Arbeitsrechtberatung der Kreishandwerkerschaft stärker zu nutzen.