08. Dezember 2014

Diskussionsreiche Mitgliederversammlung

Werner Dierolf stellte die drei jahrgangsbesten Meisterschüler vor und überreichte jedem einen Scheck über 1000 Euro.
Werner Dierolf stellte die drei jahrgangsbesten Meisterschüler vor und überreichte jedem einen Scheck über 1000 Euro.

Viel zu diskutieren hatten die Delegierten bei der Mitgliederversammlung des ZVOS am 28. November 2014 im Meistersaal des Hauses des Handwerks in Berlin. Die Themen Bildung, Finanzen und Vertragsverhandlungen mit den Krankenkassen standen im Fokus.

Gleich zu Beginn nutzte Präsident Werner Dierolf den offiziellen Rahmen, um die drei jahrgangsbesten Meisterschüler zu ehren und jeweils mit einem Scheck über 1000 Euro für die hervorragenden Leistungen auszuzeichnen.

An der BfO in Hannover hatte Benjamin Kenzler aus Buttlar, Thüringen, als Bester den letzten Meisterkurs abgeschlossen. Nach seinem Abitur hatte er die verkürzte Ausbildung zum Orthopädieschuhmacher absolviert und ein Studium der Technischen Orthopädie im Fachbereich Physikalische Technik an der FH Münster angeschlossen. Direkt im Anschluss ging es für Benjamin Kenzler an die Meisterschule nach Hannover, die er in Praxis und Theorie mit einem Durchschnitt von 1,5 erfolgreich abschließen konnte.

Dennis Kuhlmann schloss als Bester seines Jahrgangs die Meisterschule am B-O-S-S in Langen ab. Der 24-Jährige kommt aus Hagen in Nordrhein-Westfalen. In seinem Zeugnis steht für Teil 1 die Note 1, Teil 2 absolvierte Dennis Kuhlmann mit der Note 2 ebenfalls sehr erfolgreich.

An der Meisterschule in Siebenlehn war Andreas Rupprecht aus Obertrubach in Bayern der beste Meisterschüler des vergangenen Jahres. In allen vier Teilen der Meisterprüfung erzielte er jeweils die Note „gut“. Sein Vater ist ebenfalls Orthopädieschuhmacher-Meister mit eigenem Betrieb in Pegnitz. Zur Ausbildung ging Andreas Rupprecht nach Weismain in den Betrieb Dicker.

Nach der Ehrung nutzte Serge Mathis vom französischen Verband UPODEF die Gelegenheit, zum IVO-Kongress am 19. und 20. März nach Paris einzuladen.

Haushalt und Finanzen

Auf der Tagesordnung stand als nächstes eine Satzungsänderung. Entsprechend eines Hinweises des Ministeriums für Wirtschaft und Technologie musste hier ein Passus klargestellt werden, denn im aufzählenden Katalog zu den Beschlussthemen einer Mitgliederversammlung fehlte bis dato eine Erwähnung bei den in § 22 ff. der Satzung aufgeführten Aufgaben der Mitgliederversammlung, über die Entschädigungsrichtlinien zu beschließen. Diese Anpassung wurde einstimmig beschlossen.

Viel Gesprächsbedarf gab es beim Thema Haushalt und Finanzen. Bei der Vorstellung der Jahresrechnung 2013 durch den Hauptgeschäftsführer Oliver Dieckmann wurde intensiv erörtert, ob der Infopoint weitergeführt werden soll. Vor dem Hintergrund der Kostenbelastung und der Nutzerzahlen beschlossen die Delegierten einstimmig, dass der Infopoint nicht weitergeführt wird. Auf ­Anraten der Kassenprüfer wurden der Vorstand und die Geschäftsführung entlastet – einstimmig bei Enthaltung von zwei Vorstandsmitgliedern, die gleichzeitig auch die Funktion von Delegierten innehatten. Insgesamt wurde 2013 weniger benötigt, als eingeplant. Die im Jahr 2014 entstandenen Mehrausgaben wurden kontrovers diskutiert. Der vom Haushalts- und Finanzausschuss vorgeschlagene geringe Nachtragshaushalt wurde mit 29 Ja-Stimmen und fünf Enthaltungen angenommen. Zudem wurde Einvernehmen darüber erzielt, dass zukünftig – sollten Nachtragshaushalte nötig werden – die Mitglieder zeitnah informiert werden. Mit 32 Ja-Stimmen und zwei Enthaltungen wurde der Haushaltsplan für 2015 beschlossen. In der Diskussion wurde deutlich, dass die Einnahmensituation den zukünftigen Herausforderungen angepasst werden muss. Die Delegiertenversammlung schließt für 2016 eine moderate Beitragserhöhung nicht aus.

Die Ressorts berichten

Jens Schulte stellte für das Ressort Vertrag und Recht die aktuelle Situation bei den Kassenvertragsverhandlungen dar und holte sich beim Gremium die Rückendeckung für das zukünftige Vorgehen – insbesondere beim Umgang mit dem elektronischen Kostenvoranschlag und der Zertifizierung.

Für das Ressort Bildung stellte Thomas Stief den Projektplan für das Kompetenzzentrum vor und gab Einblicke in die Arbeiten, die zusätzlich anfallen. Damit sorgte er für mehr Transparenz für die Delegierten, die durch ihre Zustimmung zum Projekt „Kompetenzzentrum“ und die Anschubfinanzierung aus dem Haushalt des ZVOS im vergangenen Jahr die Weichen für das Forschungs- und Bildungsmanagement in der Orthopädieschuhtechnik und das Projekt „Kompetenzzentrum“ gestellt hatten.

Über die intensive Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des ZVOS gab Daniel Bürkner vom Ressort Öffentlichkeitsarbeit kurz Auskunft. Die Teilnehmer erhielten umfangreiche Unterlagen wie beispielsweise den internen Pressespiegel.

Michael Seelig berichtete zum Abschluss, dass das Baumuster in der letzten Phase ist. Beim ZVOS sei man optimistisch, das Baumuster noch vor Weihnachten zu erhalten.

© Kathrin Ernsting /Orthopädieschuhtechnik