12. Dezember 2014

Aktionsbündnis Patientensicherheit fordert zeitnah elektronische Gesundheitskarte

Das Aktionsbündnis Patientensicherheit e.V. kritisiert, dass sich die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) noch immer verzögert. Dies schränke zentrale Aspekte der Patientensicherheit ein. Das Aktionsbündnis ruft deshalb alle Beteiligten dazu auf, statt Eigeninteressen die Interessen der Patienten in den Mittelpunkt zu stellen und das Projekt der eGK zeitnah umzusetzen.

Im Notfall rette der schnelle Zugriff auf Patientendaten und medizinische Informationen zur Person Leben, so das Aktionsbündnis Patientensicherheit. 

Rund 97 Prozent der 70 Millionen gesetzlich Versicherten in Deutschland haben mittlerweile die „eGK“. Doch viel könne die Karte auch nach elf Jahren nationalem eGK-Projekt nicht leisten: Die einzige Neuerung im Vergleich zum Vorläufermodell sei das Passbild. „Widerstand und Partikularinteressen verschiedener Gruppen, aber auch Planungsprobleme und ungeklärte Datenschutzfragen haben eine, im Sinne der Patientensicherheit erweiterte, eGK – Nutzung bis heute verhindert“, so die Sichtweise von Hedwig François -Kettner, Vorsitzende des Aktionsbündnis Patientensicherheit.

Ginge es nach dem Aktionsbündnis Patientensicherheit, wären Notfalldaten, Medikationspläne, Rezepte, Arztbriefe und Untersuchungsbefunde heute längst auf oder über die Karte verfügbar. „Ärzte könnten damit rasch Informationen über Allergien, wichtige Medikamente oder etwa einen Herzschrittmacher erhalten, aber auch belastende und teure Doppeluntersuchungen vermeiden“, erläutert die ehemalige Pflegedirektorin der Charité, Universitätsmedizin Berlin.

Fortschritte erzielen soll das „E-Health-Gesetz“, das die Bundesregierung noch in diesem Jahr auf den Weg bringen möchte. Das APS begrüßt die Initiative des Gesundheitsministeriums: „Eine erweiterte Gesundheitskarte ist ganz im Sinne eines patientenorientierten und zukunftsweisenden Gesundheitssystems“, sagt Professor Dr. med. Hartmut Siebert, stellvertretender Vorsitzender des Aktionsbündnis Patientensicherheit. Nun gehe es darum, die nötige Infrastruktur schnell aufzubauen und verfügbar zu machen. Dabei gelte es, Parallel- und Insellösungen unbedingt zu vermeiden, ergänzt er: „Vielmehr benötigen wir einheitliche Standards zur sektorenübergreifenden Nutzung.“

Die Sicherheit personenbezogener Daten dürfe jedoch zu keiner Zeit in Frage stehen, so das Aktionsbündnis Patientensicherheit. Wesentlich sei zudem, Patienten als wichtigste Interessengruppe in die Gestaltung der eGK partnerschaftlich einzubinden und ausreichend zu informieren. „Sie nutzen die Lösungen nicht nur, sie bezahlen sie mit ihren Kassenbeiträgen auch“, so François–Kettner. Patienten müssen deshalb mit entscheiden dürfen, welche Krankendaten auf der Karte gespeichert oder über die Karte verfügbar gemacht werden.

Über das Aktionsbündnis Patientensicherheit e.V.
Vertreter der Gesundheitsberufe, ihrer Verbände, der Patientenorganisationen sowie aus Industrie und Wirtschaft haben sich im Aktionsbündnis Patientensicherheit e. V. zusammengeschlossen, um eine gemeinsame Plattform zur Verbesserung der Patientensicherheit in Deutschland aufzubauen. Es wurde im April 2005 als gemeinnütziger Verein gegründet und setzt sich für eine sichere Gesundheitsversorgung ein und widmet sich der Erforschung, Entwicklung und Verbreitung dazu geeigneter Methoden.