22. April 2015

ZDH: Berufsorientierung an Gymnasien muss Karrierewege auch jenseits des Studiums aufzeigen

Die Lage am Arbeitsmarkt hat sich für die Jugendlichen leicht verbessert, sagt der Berufsbildungsbericht 2015 des Bundesministerium für Bildung und Forschung, der am 15. April vorgestellt wurde.  Im Ausbildungsjahr 2013/2014 wurden 522.200 Ausbildungsverträge neu abgeschlossen. Dies entspreche zwar einem leichten Rückgang um 1,4 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum, der Rückgang habe sich aber im Vergleich zum Berufsbildungsbericht 2014 verrringert. Damals betrug er minus 3,7 Prozent. Viele Lehrstellen blieben unbesetzt. Der ZDh fordert, auch bei Abiturienten die Karrierechancen im Handwerk bekannt zu machen.

 

Der Berufsbildungsbericht 2015, so das Ministerium, zeige, dass das duale System der beruflichen Bildung nach wie vor die wesentliche Säule für die Deckung des künftigen Fachkräftebedarfs der Wirtschaft. Für mehr als 500.000 junge Menschen sei es der Einstieg in eine qualifizierte berufliche Tätigkeit.

"Der Berufsbildungsbericht bestätigt erneut die hohe Leistungsfähigkeit des Dualen Ausbildungssystems“, kommentierte Hans Peter Wollseifer, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks , den Berufsbildungsbericht. Die Ausbildungschancen junger Menschen hätten sich verbessert. Immer mehr Betriebe hätten allerdings Schwierigkeiten, ihre Ausbildungsplätze zu besetzen. „Die demografische Entwicklung und der Trend zur Akademisierung stellen insbesondere die Fachkräftesicherung im Handwerk vor wachsende Herausforderungen“, so Wollseifer. Laut dem aktuellen Berufsbildungsbericht hätten mit Stichtag 30. September 2014 8,7 Prozent der Lehrstellen im Handwerk nicht besetzt werden. Ende des Jahres seien es insgesamt 20.000 unbesetzte Stellen gewesen.
 
„Die Ausbildungsbereitschaft unserer Betriebe bleibt unverändert hoch“, erklärte Wollseifer. „Auch für Abiturienten hält das Handwerk attraktive Karriereoptionen bereit. Sie erfahren aber noch zu selten von den vielfältigen Angeboten der beruflichen Aus- und Weiterbildung“, bemängelte er. „Wir fordern daher eine möglichst flächendeckende Berufsorientierung an den Gymnasien, die jungen Menschen Karrierewege auch jenseits eines Studiums aufzeigt."

Immer mehr ausländische Jugendliche entscheiden sich für eine Ausbildung im Handwerk. Ende 2014 betrug die Zahl ausländischer Auszubildender 25.858 von insgesamt 370.955 Auszubildenden im Handwerk und ist damit auf 7 Prozent gestiegen (2005: 5,1 Prozent). "Im Handwerk tragen ausländische Auszubildende zur Fachkräftesicherung entscheidend bei. Die Integration im Betrieb klappt. Unsere Botschaft an die Jugendlichen überzeugt: Bei uns zählt nicht, wo man herkommt, sondern wo man hin will", so Hans Peter Wollseifer.